Zum 150. Geburtstag Zamenhofs

Veröffentlichungsdatum: 
Dienstag, 15. Dezember 2009
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Am 15. Dezember 2009 jährt sich zum 150. Mal der Geburtstag eines Mannes, dem eine einmalige Pioniertat in der Geschichte der Menschheit gelang: der erfolgreiche Entwurf einer neuen Sprache, des Esperanto. Seit 122 Jahren haben die Esperantosprechenden das ehemalige Projekt in eine "ganz normale" Sprache verwandelt, rein durch den Gebrauch und die natürliche Entwicklung wie bei anderen Sprachen auch. Unter den mehr als 1000 Konkurrenzprojekten erfundener Sprachen, den sog. Plansprachen, ist Esperanto die einzige, die weltweit eine verstreute, genügend große Sprechergemeinschaft hat, so dass es deshalb so "natürlich" ist wie andere Sprachen auch. Gegenüber Volkssprachen hat Esperanto im internationalen Gebrauch zwei wesentliche Vorteile: Es ist erheblich leichter zu erlernen und ermöglicht eine gleichberechtigte Verständigung.

Wenn die Esperantofreunden schon ohnehin jedes Jahr den 15. Dezember als "Zamenhof-Tag" begehen, so ist der 150. Geburtstag des Sprachpioniers ein Anlass, in diesem Jahr besonders festlich zu feiern. Größere Veranstaltungen werden vor allem aus Dresden (11.-13.12.2009), aus Berlin (13.-19.12.2009) und aus Herzberg am Harz - der Esperanto-Stadt (15.12.2009) gemeldet.

Zamenhof-Jubiläum in Herzberg, der Esperanto-Stadt

Mit einem großen Festprogramm feiert Herzberg am Harz am 15. Dezember den 150. Geburtstag von Ludwig Lazarus Zamenhof, dem Begründer des Esperanto. Das Festprogramm beginnt um 13 Uhr mit der feierlichen Enthüllung des Zamenhofdenkmals und setzt sich um 14 Uhr im Rittersaal des Welfenschlosses mit einem großen Festprogramm und anschließendem Empfang fort. Um 13 Uhr wird das Zamenhof-Denkmal am Parkplatz an der B247 vom Bürgermeister Gerhard Walter und von dem Leiter des "Interkultur-Zentrums" Herzberg, Peter Zilvar, feierlich enthült.

Im Rahmen vieler Besuche von Esperantofreunden aus aller Welt in Herzberg war die Idee entstanden, der Esperantostadt ein Bildnis von Dr. Zamenhof zu übergeben. Durch Spenden von Esperanto-Sprechern wurden ein schwarzer Marmorsockel und eine weiße Mamorbüste in China hergestellt. Der Sockel enthält in deutscher, polnischer und chinesischer Sprache sowie in Esperanto Angaben zu Dr. Zamenhof. Höhepunkt des Festprogramms ab 14 Uhr ist ein Vortrag des bekannten Sprachwissenschaftlers Aleksandr Korjenkov aus Kaliningrad. Ihm folgen Grußworte von Vertretern von Esperanto-Verbänden und -organisationen aus Deutschland und aller Welt. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung durch den Chor des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums unter der Leitung von Herrn Gödecke. Herzberg am Harz benutzt seit dem 12. Juli 2006 den offiziellen Beinamen "die Esperanto-Stadt", auf Esperanto: "la Esperanto-urbo". Dafür hatten alle vier Parteien des Stadtrates gestimmt und damit der Tatsache Rechnung getragen, dass die reizvolle Kleinstadt mit ihrem Zentrum für Kultur und Weiterbildung des Deutschen Esperanto-Bundes eine besondere Nähe zu Esperanto hat.

Nähere Information bei:
Peter Zilvar, Interkulturzentrum Herzberg
Grubenhagenstraße 6, 37412 Herzberg am Harz - die Esperanto-Stadt
esperanto-zentrum@web.de (link sends e-mail), Telefon 05521-5983

13. bis 20. Dezember 2009 in Berlin: Eine Woche Zamenhof satt

Ein gemeinsames Frühstück in einem Szenecafé im Prenzlauer Berg markierte am Sonntag, den 13. Dezember 2009 den Beginn einer Woche, in der sich alles um Ludwig L. Zamenhof dreht. Seinen 150. Geburtstag würde der Initiator der internationalen Sprache Esperanto in diesem Jahr feiern und in Berlin werden mit unterschiedlichen Veranstaltungen die verschiedenen Aspekte seines Wirkens beleuchtet. Zwei Dutzend Mitwirkende, die als Künstler, Referenten, Organisatoren oder Helfer im Catering mitwirken, haben sich vor einer arbeitsreichen Woche einen letzten Augenblick der Ruhe gegönnt.

Ein Fest für Zamenhof mit internationalen Gästen am 18. Dezember 2009

Höhepunkt der Zamenhofwoche in Berlin wird das Zamenhof-Fest am Freitag, den 18. Dezember 2009 sein. Der Deutsche Esperanto-Bund als nationale Dachorganisation hat die Veranstaltung in der Hauptstadt als "zentrales Zamenhof-Fest" beworben und ihm damit den Vorrang vor den unzähligen kleineren Festen eingeräumt, die in diesen Tagen überall dort stattfinden, wo Esperanto gesprochen wird. Leitmotiv des Abends wird das friedliche Miteinander von Deutschen und Polen sein. Ein Anliegen, das nicht nur das Leben und Wirken von Ludwig Zamenhof bestimmt hat, sondern auch in seiner Familie über alle Generationen weiter getragen wird. Louis Christoph Zaleski-Zamenhof, der Enkel, hat ein Grußwort übermittelt, in dem er seiner Freude Ausdruck verleiht, daß die "1000-jährigen Mauern zwischen Deutschen und Polen" durch die wunderbare Erfindung seines Großvaters überwunden werden konnten.

Für jedes Jahr ein Buch nach Białystok - Unterstützung für das Kulturzentrum

Eine Delegation der Stadtverwaltung Białystok unter der Leitung des Vizebürgermeisters Alexandr Sosna wird während des Zamenhoffests den Beitrag der deutschen Esperanto-Freunde zum Aufbau eines Kulturzentrum entgegennehmen, das den Namen des bekanntesten Sohns dieser ostpolnischen Stadt erhielt und auf polnisch "Centrum im. Ludwika Zamenhofa" heißt. Für jedes Lebensjahr von Ludwig Zamenhof wurde ein Buch aus der mehrere 10.000 Titel umfassenden Esperanto-Literatur ausgewählt: Sachbücher, Romane, Gedichtbände, sowohl Übersetzungen, als auch Literatur, die direkt auf Esperanto verfaßt wurde. Die deutsche Literatur ist durch die "Germana Antologio" mit Übersetzungen aus 10. Jahrhunderten, aber auch mit der Esperanto-Fassung von "Max und Moritz" oder dem "Struwwelpeter" gut vertreten.

Das Zamenhof-Fest Ort: findet in der Max-Taut-Aula, Fischerstr. 36 (Ecke Schlichtallee), 10317 Berlin (Lichtenberg, S-Bahnhof Rummelsburg) statt und beginnt um 19:00 Uhr. Es wird ein abwechslungsreiches Kulturprogramm geboten. So trägt der polnische Barde Georg Handzlik Balladen auf Polnisch und Esperanto vor, Martin Wiese vertritt den Esperanto-Rock- und -Pop und die Gruppe Querbeet spielt Klezmer-Musik. Für den Festvortrag über das Trachten und Schaffen von Ludwig Zamenhof konnte Prof. Martin Haase (Universität Bamberg) gewonnen werden. Grußworte sprechen Marek Prawda, Botschafter der Republik Polen und Christina Emmrich, Bürgermeisterin von Berlin-Lichtenberg.

Programm der Zamenhof-Woche

An jedem Tag der Zamenhof-Woche vom 13. bis 20. Dezember 2009 gibt es an verschiedenen Orten in Berlin Veranstaltungen mit sehr unterschiedlichem Charakter. Am 15. Dezember stellt Felix Zesch im Esperanto-Haus, Einbecker Str. 36, 10317 Berlin-Lichtenberg die Biografie von Ludwig Zamenhof vor und geht vor allem auf die politischen und religiösen Aspekte ein. Am Donnerstag wird am selben Ort über die Funktion von Städtepartnerschaften diskutert. Hier gibt es zahlreiche Beispiele, wie mit der gemeinsamen Sprache Esperanto ein direkter Austausch an der Basis erreicht werden kann. Bei der Stadt Białystok steht eine Städtepartnerschaft mit Lichtenberg auf dem Wunschzettel und Gemeinsamkeiten im kulturellem Bereich wurden schon bei einem Besuch im Sommer 2009 entdeckt.

Montag, 14. Dezember 2009: Bücherschau

Der Geburtstag Zamenhofs wird traditionell auch als "Tag des Esperanto-Buches" mit gut bestückten Büchertischen begangen. Am Montag, den 14. Dezember 2009 werden in der Danzigerstr. 50 (Prenzlauer Berg) ausgewählte Bücher präsentiert. Zwei dieser Bücher spielen in Berlin und haben das Leben in der Kaiserzeit bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieg ("Kiel akvo de l'rivero" - Raymond Schwartz), bzw. die politischen Kämpfe gegen Ende der 1920. Jahre ("Metropoliteno" - Wladimir Warankin) als Hintergrund einer spannenden Romanhandlung. Als Sachbuch knüpft "Die gefährliche Sprache" von Ulrich Lins daran an der die Verfolgung von Esperantisten unter Stalin und Hitler dolumentiert hat. Aktuelle Esperanto-Literatur kann vor Ort eingesehen und erworben werden. Entspannter geht es am Wochenende zu. Die auswärtigen Besucher können an geführten Rundgängen in Berlin und Frankfurt/Oder teilnehmen und die Weihnachtsmärke besuchen. Am Abend des 19. Dezember sind alle in die Kellerbar in der Danzigerstr. 50 eingeladen, wo nochmal Martin Wiese auftritt. Die Veranstaltungen sind kostenlos. Lediglich für das Zamenhof-Fest am Freitag, den 18. Dezember 2009 wird ein Unkostenbeitrag von 9 EUR erhoben.

Ansprechpartner: 
Felix Zesch
Kontakt Rufnummer: 
(0 800) 3 36 36 36 - 111
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