Esperanto - ein ungewöhnliches und spannendes Thema für Ihr Publikum

Veröffentlichungsdatum: 
Donnerstag, 6. Mai 1999
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Vom 31. Juli bis 7. August 1999 findet im ICC in Berlin der 84. Esperanto-Weltkongreß statt. Dazu werden über 3.000 Esperanto-Sprecher aus mindestens 60 Ländern anreisen. Das Rahmenthema des Kongresses lautet "Globalisierung - eine Chance für den Frieden?".
In über 150 Veranstaltungen wird Esperanto das alleinige Verständigungsmittel sein.

Wir möchten Sie anregen, dies zum Anlaß für einen ausführlichen Bericht oder ein Feature über die internationale Esperanto-Bewegung zu nehmen. Zum Thema Esperanto gibt es viele Fakten, die den meisten Menschen nicht bekannt sind, für Ihr Publikum aber interessant sein dürften. Hier eine kurze Übersicht:

  • Esperanto ist ist eine internationale Plansprache, d.h. eine zur Erleichterung der internationalen Kommunikation bewußt geschaffene Sprache
  • Esperanto ist eine lebende Sprache: es wird seit über 100 Jahren gesprochen. 1887 wurde es von dem Humanisten Ludwig Zamenhof in Warschau veröffentlicht und ist bis heute das einzige Plansprachenprojekt (es gab ca. 1.000), das Erfolg hatte
  • Esperanto ist verbreitet: in verschiedenen Lexika wird die Zahl der Esperanto-Sprecher heute mit ca. 3 Millionen angegeben; es gibt Esperanto-Sprecher in über 120 Ländern, von Albanien über Grönland, Iran und Togo bis Zimbabwe.
  • Esperanto ist Familiensprache: es gibt weltweit ca. 1000 Esperanto-Familien, in denen die Kinder mehrsprachig aufwachsen und von kleinauf auch Esperanto sprechen
  • Esperanto ist Literatursprache: von Goethe bis Böll, von der Bibel bis zum Koran sind viele der wichtigsten Werke der Weltliteratur auf Esperanto erhältlich - aber auch Volkstümliches wie Asterix oder Tim und Struppi. Der Esperanto-Schriftstellerverband ist Mitglied im internationalen PEN-Zentrum.
  • Esperanto hat bekannte Sprecher: z.B. Franz Jonas (ehem. österreichischer Bundespräsident), Reinhard Selten (Nobelpreisträger Deutschland), Eugen Wüster (Sprachwissenschaftler), Daniel Tarschys (derzeitiger Generalsekretär des Europarats). Auch Papst Johannes Paul II spricht in seinen Oster- und Weihnachtsansprachen Esperanto.
  • Esperanto ist eine "gefährliche Sprache": sowohl unter Hitler als auch unter Stalin war Esperanto verboten, seine Sprecher wurden verfolgt und manche sogar ermordet
  • Esperanto findet überall statt:seit 1905 treffen sich die Esperanto-Sprecher einmal jährlich zum Weltkongreß, darüber hinaus finden jährlich Hunderte weiterer Treffen und Seminare statt
  • Esperanto ist vielseitig: beim Esperanto-Weltkongreß wird bei über hundert Einzelveranstaltungen eine Woche lang nur Esperanto gesprochen. Dazu gehören u.a. Seminare, Vorträge, Diskussionen, akademische Veranstaltungen, Treffen von sozialen Bewegungen und Fachverbänden, Theater- und Musikaufführungen
  • Esperanto ist Gegenstand wissenschaftlicher Forschung: das zeigt die wachsende Fachliteratur der Interlinguistik und Esperantologie.
  • Esperanto ist leicht erlernbar: der entscheidende Vorteil von Esperanto gegenüber allen anderen Sprachen ist, daß es wesentlich schneller zu erlernen ist. Esperanto ist so aufgebaut, daß es alles enthält, was eine Sprache braucht, aber alles meidet, was zur Verständigung nicht notwendig ist, also z.B. lange Konjugationstabellen, Deklinationsreihen, komplizierte Ausnahmeregeln usw.
  • Esperanto ist das Latein der Demokratie: Esperanto gehört keiner Nation. Jeder, der es lernt, geht damit einen Schritt auf andere zu, d.h. Kommunikation auf Esperanto findet auf neutraler Ebene statt. Insofern hat es eine Funktion wie das Latein des Mittelalters. Allerdings ist Esperanto wesentlich leichter zu erlernen und bevorzugt daher nicht eine akademische Oberschicht.
  • Esperanto wird unterstützt:Schirmherrdes 84. Esperanto-Weltkongresses in Berlin ist Bundespräsident Prof. Dr. Roman Herzog

Wie Sie sehen, hat das Thema vielerlei Facetten: es ist ungewöhnlich und interessant, bringt die große weite Welt ganz nahe, und die Verfolgung in den 30er Jahren (und in einigen Staaten bis heute) enthält auch leider genug Dramatik.

Gerne geben wir Ihnen weitere Informationen oder vertiefende Einblicke in einzelne Bereiche. Wir können Ihnen auch jederzeit Interviewpartner zu einzelnen Facetten der Esperanto-Kultur vermitteln.

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