Esperanto lebt - Zum Kommentar "Eine Sprache gegen Babels Wirrwarr" (Leserbrief)

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Montag, 22. September 2014
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Lu Wunsch-Rolshoven

Mit Interesse habe ich den Artikel gelesen. Dort ist allerdings leider zu lesen, Esperanto sei 'im Grunde tot', das Gedenken höre sich 'eher an wie eine Grabrede'.

Tatsächlich ist Esperanto jedoch keinesfalls eine tote Sprache: Die chinesische Regierung veröffentlicht im Internet täglich Nachrichten in der internationalen Sprache Esperanto, die katholische Kirche hat Esperanto als liturgische Sprache anerkannt, Google Translate bietet Übersetzungen in Esperanto an, die Esperanto-Wikipedia enthält knapp 200 000 Artikel. Facebook, Firefox und viele andere Seiten und Programme gibt es in Esperanto-Versionen. Jährlich erscheinen mehr als hundert Esperanto-Bücher. Es gibt ein paar Tausend Esperanto-Muttersprachler, ein paar Hunderttausend sprechen regelmäßig Esperanto, ein paar Millionen haben es gelernt - sie wohnen in über 120 Ländern weltweit, von Nicaragua über Burundi und Nepal bis Papua-Neuguinea.

 

Louis v. Wunsch-Rolshoven