Ukrainischer Kurzfilm auf Esperanto gewinnt Wettbewerb in Berlin

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Der Deutsche Esperanto-Bund veranstaltete anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Sprache Esperanto einen internationalen Kurzfilmwettbewerb. Die öffentliche Preisverleihung fand am 9. Februar 2013 in Berlin statt. Der Film “Pasporta Servo!” des Ukrainers Oleg Zabolotnyi wurde mit dem mit 1.000 Euro dotierten Preis für den besten Film auf Esperanto ausgezeichnet. Den ebenfalls mit 1.000 Euro dotierten Preis für die beste Idee teilten sich der deutsche Film „Ideevolution“ von Daniel und Åsa Voß und „Ĉu vi imagas?“ der Slowakin Eva Fitzelová.

Der ukrainische Beitrag überzeugte die Jury durch Witz und persönlichen Bezug. So erzählt Oleg Zabolotnyi, wie sein Vater Szene aus "Pasporta Servo"während einer langen Esperanto-Weltreise eine bildhübsche Ukrainerin kennen lernt, die ihm kurz darauf ein Kind schenkt. Da die beiden außer Esperanto keine gemeinsame Sprache sprechen, wächst das Kind als Esperanto-Muttersprachler auf. Fünfundzwanzig Jahre später tritt das Kind (der Autor) ebenfalls eine Weltreise per Esperanto an und lernt dabei seine Liebe kennen.

Den mit 1.000 Euro dotierten Preis "Beste Idee" teilen sich der Film “Ideevolution” von Daniel und Åsa Voß und “Ĉu vi imagas?” (Stellst du dir vor?) von Eva Fitzelová. In “Ideevolution” überlegen zwei Kurzfilmbegeisterte zunächst, warum es so schwer ist, Esperanto filmisch darzustellen, bevor sie näher auf Nutzen und Vorteile der Plansprache eingehen. “Ĉu vi imagas?” ist ein Lied des Esperanto-Barden Johannes Müller, in dem es um Wünsche und den Antrieb, diese Wirklichkeit werden zu lassen, geht. Eva Fitzelová hat dazu mit fließenden aquarellartigen Zeichnungen einen ansprechenden Film gestaltet, der auch in mehreren Sprachen vorliegt.

Dr. Rainer Kurz, der den Kurzfilmwettbewerb für den Deutschen Esperanto-Bund initiiert hat, weist auf die Vielfalt der 56 eingereichten Kurzfilme aus vier Kontinenten hin.  Vom Spaßfilm eines brasilianischen Esperantofreaks bis zum Werk eines russischen Filmemachers, der die Verfolgung der Esperantosprechenden unter Stalin am Beispiel seines Großvaters nachzeichnet. Ein Film aus dem Kongo zeigt wie man durch australische Esperanto-Freunde kostenlos nach Island reisen kann, während ein emeritierter chinesischer Professor durch Esperanto jung bleibt.

Das Ziel des Deutschen Esperanto-Bundes, durch das Festival einen Werbefilm für Esperanto zu erhalten, der auch ein Nicht-Esperantopublikum überzeugt, wurde allerdings nicht erreicht. Bei allem dankenswerten Einsatz der Autoren, überwiegend Filmlaien, mochte die Jury nicht darüber hinwegsehen, dass so recht keiner der eingereichten Beiträge eine überzeugende Idee mit technischer Perfektion kombinierte und so als allgemeiner Werbefilm geeignet war. Es wurde daher keine Prämie für den „besten Film“ vergeben. Da an der Preisverleihung nahezu ausnahmslos Esperantofreunde teilnahmen, entfiel auch der Publikumspreis. Wie der Beifall bei der Verkündung der Preisträger zeigte, war jedenfalls das nicht-objektive Publikum mit den Entscheidungen der Jury einverstanden. 

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