130 Jahre Esperanto. Zum Esperanto-Tag 2017, 26. Juli

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Veröffentlichungsdatum: 
Donnerstag, 22. Juni 2017
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Am 26. Juli 1887 wurde die Internationale Sprache Esperanto als Skizze in einer Broschüre vorgestellt. Mit 947 Wortstämmen, einer kurzen Grammatik und einem einzigen Sprecher fing Esperanto an. Heute ist Esperanto die Muttersprache von etwa 1000 Menschen, wird von Hunderttausenden weltweit als Verkehrssprache benützt, und das Internetportal Duolingo hat über eine Million Lerner, zu denen täglich 2000 neu hinzukommen. Die Wikipedia enthält 240 000 Artikel auf Esperanto und etwa 120 Bücher erscheinen jährlich in dieser Sprache. In mehr als 120 Ländern der Erde sind Esperantosprecher in Vereinen organisiert. China veröffentlicht täglich Nachrichten in Esperanto auf esperanto.china.org.cn

Ein Schritt aufeinander zu

Wie ist dieser Erfolg möglich geworden? Esperanto ist nirgends Nationalsprache, es stützt sich nirgends auf Macht. Den Hintergrund bildet eine humanistische Friedensidee, die immer neue Begeisterte anzieht. Beide Seiten gehen einen Schritt aufeinander zu.

Erlernbar in einem Viertel der üblichen Lernzeit für Sprachen

Auch ganz praktische Motive führen zu dieser Sprache: Esperanto ist unübertroffen leichter zu lernen als alle anderen Sprachen - zumeist kann Esperanto in einem Viertel der Zeit gelernt werden, die für andere Sprachen nötig ist. Zwei oder drei Wochenenden Esperanto-Kurs genügen gewöhnlich; andere lernen die Sprache im Internet und benötigen etwa 30 bis 50 Stunden für die Grundlagen. Diese internationale Sprache hat eine schlanke Grammatik, ohne den Speckgürtel überflüssiger Formen, die das Erlernen anderer Sprachen so mühevoll machen.

Einfache Wortbildung

Beweglich ist Esperanto auch in seiner Wortbildung. Das Zusammensetzen von Wörtern geschieht wie im Deutschen. Aus stacio (Station) und domo (Haus) entsteht stacidomo (Bahnhof). Die Stammwörter kommen in erster Linie aus romanischen und germanischen Sprachen.

Diese international verbreiteten Wörter zusammen mit Wortbildungssilben machen das Esperanto-Lernen zu einer Begegnung mit vielen Bekannten. Pico <sprich: Pizzo> (Pizza), picejo (Pizzeria); lerni (lernen), lernejo (Schule); kurso (Kurs), kursejo (Kursraum); danci (tanzen), dancejo (Tanzlokal).

Die Silbe „-ar“ bezeichnet Ansammlungen: arbo (Baum), arbaro (Wald); ŝtupo <sprich: schtupo> (Stufe), ŝtuparo (Treppe), homo (Mensch), homaro (Menschheit). Das Puzzlespiel im Esperanto ist für Schülerinnen und Schüler ein Lernvergnügen.

Eine Schulstunde über Esperanto

Keineswegs ist das Potenzial von Esperanto schon ausgeschöpft. Die Esperanto-Verbände regen an, dass jede Schülerin und jeder Schüler in seiner Schulzeit zumindest eine Schulstunde lang Informationen über Esperanto und die heutige Esperanto-Sprachgemeinschaft erhalten sollten – entsprechend einer Empfehlung der Unesco.

Nur informierte Schülerinnen und Schüler, die über Esperanto Bescheid wissen, können selbst entscheiden, ob sie zum Beispiel mit einem der im Internet angebotenen Sprachkurse Esperanto selbstständig lernen. Esperanto begeistert, es braucht keinen Druck - nur ein wenig Anregung zu außerschulischem Lernen. Und Eigeninitiative tut der Schule nur gut, selbstständiges Lernen ist Lernziel der Schule. Jugendliche Esperanto-Sprecherinnen und -Sprecher lieben ihre Begegnungen mit Gleichaltrigen, bei internationalen Treffen oder im Internet. Das lockt zum Lernen.

Ein einfacher Weg zur Zweisprachigkeit

Esperanto-Sprecher sind per se zweisprachig, viele von ihnen sind richtige Sprachenliebhaber geworden. Esperanto hat das Potenzial, die Lust am Sprachenlernen zu wecken.

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Mehr Informationen

Esperanto lernen
Z. B. https://esperanto.lingolia.com/de/
https://lernu.net/de
https://www.duolingo.com/courses/en

Eine Schulstunde über Esperanto
http://www.esperantoland.org/dosieroj/1-eo-stunde.pdf

Pressemitteilungen
https://www.esperanto.de/de/pressemitteilungen

Ansprechpartner: 
Louis von Wunsch-Rolshoven
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