Positionen

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Der Deutsche Esperanto-Bund ist parteipolitisch neutral und sich dessen bewusst, dass es zum Thema Esperanto auf unterschiedlichen Gebieten verschiedene Positionen gibt. Wir möchten mit "Esperanto in Deutschland" eine Plattform schaffen, die einen Überblick auch über die Vielfalt der Positionen von Esperanto-Sprechenden gibt.

Speziell zum Thema Sprachenpolitik wurden 2012 von einer Arbeitsgruppe Standpunkte formuliert, die hier dargelegt werden sollen.

Sonnenberger Leitsätze zur europäischen Sprachenpolitik

Auf der Bundesversammlung 2012 wurden die folgenden Leitsätze zur europäischen Sprachpolitik beschlossen. Ein umfangreicher erläuternder Kommentar ist als PDF zum Herunterladen verfügbar und ist auch in gedruckter Form auf Deutsch und Esperanto erschienen.

Allgemeine Sprachenpolitik

  1. Wir unterstützen die Mehrsprachigkeit.
  2. Wir setzen uns für eine Erziehung zum Respekt gegenüber allen Sprachen, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, ein.
  3. Wir unterstützen Initiativen zur interkulturellen Kommunikation im europäischen Rahmen.
  4. Wir sind für eine Sprachenpolitik, die nicht zur Verdrängung von Sprachen führt.
  5. Wir sind gegen sprachliche Diskriminierung.
  6. Wir regen einen EU-weiten zwischenstaatlichen Dialog über Sprachenpolitik an.
  7. Wir weisen auf den Konflikt zwischen den Empfehlungen der EU und deren Verwirklichung in den Mitgliedsstaaten in Bezug auf sprachliche Regelungen hin.

Esperanto in der Europäischen Union

  1. Wir erwarten eine sachlich begründete Haltung gegenüber Esperanto, insbesondere auch bei Fachleuten und Politikern.
  2. Wir sehen zur Zeit keine unmittelbare rechtliche Möglichkeit, Esperanto zu einer der Amtssprachen der EU zu machen.
  3. Wir glauben, dass Esperanto die Bildung einer europäischen Identität unterstützen kann.
  4. Wir unterstützen die Idee, die Europa-Hymne auf Esperanto zu singen.
  5. Die Erprobung von Esperanto als Arbeitssprache in bestimmten Organen und Einrichtungen der EU ist wünschenswert.
  6. Esperanto als Relaissprache im Europäischen Parlament wäre von Vorteil.

Esperanto-Unterricht

  1. Wir empfehlen Esperanto als propädeutisches Instrument, um das Erlernen von Fremdsprachen zu unterstützen.
    Das Erlernen von Esperanto erleichtert den Erwerb weiterer Fremdsprachen und gibt einen tieferen Einblick in den allgemeinen Aufbau von Sprachen, einschließlich der eigenen Muttersprache.
  2. Wir empfehlen den Bürgern der EU, Esperanto als eine der zwei Fremdsprachen zu erlernen, deren Erwerb von der Kommission empfohlen wird.
    Der propädeutische Effekt des Esperanto kann dann den Bürgern die Aneignung von zwei oder mehr Fremdsprachen real möglich machen.
  3. Wir empfehlen, Grundlagenwissen über Esperanto in Schulen zu vermitteln.
  4. Wir empfehlen die Einführung von Esperanto-Unterricht als fakultatives Angebot an Schulen.
  5. Wir empfehlen Esperanto-Unterricht an Universitäten, zum Beispiel im Rahmen der Allgemeinen Studien.
  6. Wir empfehlen, Interlinguistik und Esperanto als Studienobjekte an Universitäten zu behandeln.

Prager Manifest

1996 wurde auf dem 81. Esperanto-Weltkongress das Prager Manifest verabschiedet, das weit verbreitete Ziele und Prinzipien der Esperanto-Bewegung erneut betont. Diese umfassen:

  1. Demokratie
  2. Transnationale Erziehung
  3. Erfolgreichen Sprachunterricht
  4. Mehrsprachigkeit
  5. Sprachliche Rechte
  6. Sprachenvielfalt und
  7. Emanzipation der Menschheit.

Lesen Sie hier die deutsche Übersetzung des Originals.

 

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