Esperanto-Muttersprachler

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Esperanto wurde von seinem Erfinder Ludwik Zamenhof als leicht erlernbare Fremdsprache entwickelt. Trotzdem gibt es heute weltweit einige tausend Menschen, die mit Esperanto als Muttersprache aufgewachsen sind.

Motive der Eltern

Die Motive von Eltern, mit ihren Kindern von klein auf Esperanto zu sprechen, sind sehr verschieden und reichen von Idealismus, dem Motiv, das Kind eine weltumspannende Gemeinschaft und friedliche, internationalistische Grundhaltung erfahren zu lassen bis hin zum Wunsch, gemeinsam auf Esperanto-Treffen fahren zu können, oder dem Sprössling später das Lernen weiterer Fremdsprachen zu erleichtern. Manchmal lernen die Kinder auch einfach Esperanto, weil die Eltern sich über Esperanto kennen gelernt haben und Esperanto als gemeinsame Sprache verwenden. Dann wird Esperanto zur richtigen Familiensprache.

Obwohl das Geschlechterverhältnis bei Esperantosprechern ausgewogen ist, spricht in den meisten Fällen aus bisher noch nicht erforschten Gründen der Vater mit dem Kind Esperanto.

Muttersprachler, die man einholen kann

Im Unterschied zu anderen Sprachen haben Esperanto-Muttersprachler aufgrund des Aufbaus der Sprache weder in Bezug auf Wortschatz, Aussprache oder grammatikalische Korrektheit einen großen Vorteil gegenüber Menschen, die Esperanto als Fremdsprache lernen. Im Vergleich zur Gesamtzahl der Esperanto-Sprecher ist die Gruppe der Muttersprachler zudem sehr klein.

Personen

Der finanzinvestor George Soros hat Esperanto von seinen Eltern gelernt.

Als erste Esperanto-Muttersprachlerin überhaupt gilt die Spanierin Emilia Gastón (*1904).

Als erste deutsche Muttersprachlerin gilt Ino Kolbe aus Leipzig (1914-2010), deren Lebenserinnerungen auch als Buch auf Deutsch vorliegen.

Zu den prominenten lebenden Esperanto-Muttersprachlern zählen der deutsche Botschafter in Russland, Ulrich Brandenburg und der Finanzinvestor George Soros,

Organisation

Es gibt keinen eigenen "Verein der Esperanto-Muttersprachler", oft sind Esperanto-Muttersprachler in den allgemeinen Esperanto-Vereinen organisiert. Im Welt-Esperanto-Bund UEA ist die Rondo Familia die entsprechende Fachorganisation. Viele Eltern, die ihre Kinder mit Esperanto aufwachsen lassen, tauschen in einem E-Mail-Verteiler und Wiki ihre Erfahrungen aus. Zudem gibt es spezielle Treffen für Esperanto-sprechende Kinder, von denen das wichtigste das jährliche in den Sommerferien stattfindende Renkontiĝo de Esperanto-Familioj (REF) ist.

Weiterführende Literatur

Deutsch