Geschichte

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Die Gründung der Deutschen Esperanto-Jugend

  • In den Dreißiger Jahren wurden alle Esperanto-Organisationen verboten. Daher war nach dem Krieg ein Neuanfang nötig.
  • 1947 Wiedergründung des Deutschen Esperanto-Bunds in Frankfurt
  • Horst Kliemann (Hannover) beginnt die jungen Esperantist*innen der 4 Zonen in Deutschland zu vereinen.
  • Zusammenkunft der Gruppen-Vorsitzenden und -Stellvertreter in Hannover – behandelt wird die Organisation der Jugend-Sektion (JS) des DEB und die Vorbereitung des internationalen Jugend-Zeltlagers.
  • 1948
  • Die Jugend-Sitzung während des 26sten Deutschen Esperanto-Kongresses in München erwählt Horst Kliemann zum Vorsitzenden der Jugend-Sektion und akzeptiert ein Statut (ein Vorschlag der Gruppe aus Hannover).
  • Internationales Jugend-Zeltlager in Garmisch-Partenkirchen mit 360 Teilnehmern, Haupt-Organisator: Hermann Heiß, München.
  • DEB-JS hat mehr als 100 Jugend-Gruppen in allen Zonen Deutschlands. Diverse Kinder-Gruppen (Berlin, Bremen, Hannover, Frankfurt, Stuttgart).
  • 1949
  • K. Kaifer wird Vorsitzender.
  • 1950
  • A. Hopfenmüller (Aschaffenburg) wird Vorsitzender.
  • Flugblatt „Wir rufen Euch, Jungen und Mädel in Deutschland“.
  • Sechster IJK in Konstanz.
  • 1951
  • Eine JS-Vorsitzenden-Versammlung (im Rahmen des internationalen Treffens in Urfeld/Walchensee?) entscheidet die JS zu verselbständigen.
  • 04.10.1951
  • Geburt der selbständigen Deutschen Esperanto-Jugend

Bericht eines Zeitzeugen

Die Esperanto-Jugend in der BRD bis 1990

Die erste Internationale Woche (IS) fand sechs Jahre nach der Vereinsgründung in Mainz mit dem Thema “Kulturelle, politische und wirtschaftliche Fragen der europäischen Einigung” statt. Mit verschiedenen Themen wurde sie seitdem jedes Jahr wiederholt, mehr Informationen dazu liefert die vollständige Liste aller IS-Orte und Themen auf Esperanto. In den späten 70ern begann die DEJ ein Programm zu organisieren, das es jungen Deutschen aus der BRD ermöglichte, hinter den eisernen Vorhang nach Polen zu fahren, wobei diese sogar vom obligatorischen Devisenumtausch befreit wurden. Generell neigt man bei der Lektüre von Dokumenten aus dieser Zeit zu der Ansicht, dass in der DEJ der siebziger und achtziger Jahre deutlich mehr über politisches Engagement abseits von Sprachenfragen diskutiert wurde als heute. Forum dafür wurde vor allem die Vereinszeitschrift “GEJ-gazeto”, die 1979 von Thomas Bormann und anderen gegründet wurde. Der Name war zunächst ein Arbeitstitel, zusammengesetzt aus der Esperantosprachigen Abkürzung des Vereins (“Germana Esperanto-Junularo”) und dem Wort “gazeto” - Zeitung – er hielt sich aber sehr lange. Ein ausführliches Interview mit ihm erschien in der Mitgliedszeitschrift “Kune” 4/2004.“Kune” und “GEJ-gazeto” - hat der Verein jetzt zwei Zeitschriften? Nein. Die GEJ-gazeto hat aufgrund der Ähnlichkeit von “gej” zum englischen Wort “gay” (schwul) (und dem entsprechenden Esperanto-Wort "geja") oft Missverständnisse innerhalb und außerhalb der Esperanto-Welt ausgelöst und wurde deswegen 1999 nach einer Idee von Gunnar R. Fischer und Till Schönberner  umbenannt in “Kune”, was soviel heißt wie “gemeinsam”.1985 erschien das Lehrbuch “Tesi, la testudo”, dass seitdem in unzähligen Kursen eingesetzt wurde.Die Esperanto-Jugend in der DDRAb 1965 war es in der DDR Esperantosprechern erlaubt, sich in einem Dachverband, dem späteren “Kulturbund der DDR” zu organisieren.Seit 1968 koordinierte eine Jugendkommission Aktivitäten junger Esperantisten. Sie unterhielt Kontakte zur FDJ und wirkte seit 1971 im Esperanto-Weltjugendverband TEJO mit. Aus ihr entwickelte sich 1990 die selbständige "Esperanto-Jugend (DDR)", die sich im Dezember gleichen Jahres mit der Deutschen Esperanto-Jugend vereinigte.Die Arbeit mit Kindern wurde durch eine Kommission koordiniert, die u.a. von 1981-1989 zehn Kindertreffen organisierte.

Die Deutsche Esperanto-Jugend von 1990 bis heute

Nach der Wiedervereinigung und dem Fall des Eisernen Vorhangs begann ein neuer Abschnitt in der Geschichte der DEJ. Die vormals geteilte Welt erschien nun greifbarer. Die Erfolge auf dem Gebiet der internationalen Jugendarbeit belohnte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 1993 mit einer Anerkennung der DEJ als Träger der freien Jugendhilfe nach § 75 KJHG. Mit Mitteln aus dem Kinder- und Jugendplan des Bundes konnte die DEJ fortan ihr Angebot für Mitglieder erweitern und verbessern.Umzüge der Bundesgeschäftsstelle geschahen in den 90ern sehr häufig. Nach der Vereinigung der beiden Esperanto-Jugenden gab es zunächst eine Zeit lang zwei Geschäftsstellen in Bonn und Berlin. Seit 1994 ging es komplett nach Berlin, wo man von Unter den Linden über die Chausseestraße und Grellstraße eine Bleibe im Esperanto-Haus in der Einbecker Straße fand, die nun allem Anschein nach länger halten wird.Die rasche Verbreitung des Internets nutzte die DEJ 1996 mit dem Erwerb der Domain , die seitdem zusammen mit dem Deutschen Esperanto-Bund betrieben wird. Seit 2003 sind die neuen Ausgaben der Kune auch vollständig im Internet lesbar. Alle bisher erschienenen Exemplare liegen in unserer Bundesgeschäftsstelle im Archiv zum Schmökern bereit.

Weiterlesen: Ausführliche Artikel zur Geschichte von Esperanto hat die Zeitschrift “La Ondo de Esperanto” zusammengestellt. 

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