Die Gründung der Deutschen Esperanto-Jugend

Druckversion / Printebla versio

Hinweis (26.12.2014): Diese Seite wird demnächst überarbeitet!

Geschichtlicher Abriss

In den dreißiger Jahren wurden alle Esperanto-Organisationen verboten. Daher war nach dem Krieg ein Neuanfang nötig.

1947

Wiedergründung des Deutschen Esperanto-Bunds in Frankfurt
Horst Kliemann (Hannover) beginnt die jungen Esperantisten der 4 Zonen in Deutschland zu vereinen.
Zusammenkunft der Gruppen-Vorsitzenden und -Stellvertreter in Hannover – behandelt wird die Organisation der Jugend-Sektion (JS) des DEB und die Vorbereitung des internationalen Jugend-Zeltlagers.
1948
Die Jugend-Sitzung während des 26sten Deutschen Esperanto-Kongresses in München erwählt Horst Kliemann zum Vorsitzenden der Jugend-Sektion und akzeptiert ein Statut (ein Vorschlag der Gruppe aus Hannover).
Internationales Jugend-Zeltlager in Garmisch-Partenkirchen mit 360 Teilnehmern, Haupt-Organisator: Hermann Heiß, München.
DEB-JS hat mehr als 100 Jugend-Gruppen in allen Zonen Deutschlands. Diverse Kinder-Gruppen (Berlin, Bremen, Hannover, Frankfurt, Stuttgart).
1949
K. Kaifer wird Vorsitzender.
1950
A. Hopfenmüller (Aschaffenburg) wird Vorsitzender.
Flugblatt „Wir rufen Euch, Jungen und Mädel in Deutschland“.
Sechster IJK in Konstanz.
1951
Eine JS-Vorsitzenden-Versammlung (im Rahmen des internationalen Treffens in Urfeld/Walchensee?) entscheidet die JS zu verselbständigen.
04.10.1951
Geburt der selbständigen Deutschen Esperanto-Jugend

Zeitzeugenbericht

1945, nach einem Jahrzehnt des Verbots, erblühte Esperanto wieder und zog auch junge Menschen an, die eine Jugendabteilung im DEB bildeten. Sie organisierten u. a. ein großes Treffen in Kochel, direkt nach dem UK 1951 in München.

Uns jungen Aktiven war klar, dass ein selbstständiger Jugendverband (eingebunden in den allgemeinen Verband) mehr Möglichkeiten hat, auf Esperanto aufmerksam zu machen. Auf örtlicher Ebene konnten wir in offiziellen Institutionen wie den Stadtjugendringen mitarbeiten und etwaige Vorteile wie kostenlose Gruppenräume nutzen. Auch auf Landesebene konnten wir mitmischen. Und die Selbstständigkeit als echter Jugendverband eröffnete uns auch den Zugang zu finanzieller Unterstützung vom Staat.

Damals waren Studenten der Universität Freiburg der aktive Kern der DEJ. 1952 reisten der Vorsitzende und die Kassiererin der DEJ von Freiburg in die Hauptstadt Bonn. Sie erhielten die gewünschte Hilfe. Aber als sie eine Erstattung ihrer Fahrtkosten beantragten, protestierte ein Mitglied des DEB-Vorstandes - vor allem weil ein Mann und eine Frau gemeinsam gereist waren (die später heirateten). Eine erste Spannung zwischen DEB und DEJ.

Ein Verband, der öffentliche Mittel beantragten wollte, musste in allen Bundesländern vertreten sein. Der DEJ-Vorstand versucht also, überall genügend Mitglieder nachzuweisen. Das Zentrum der DEJ befand sich im damaligen Bundesland Südbaden, ich hingegen in Flensburg, denkbar weit entfernt. So weit zu fahren, war damals nicht üblich, also lief der Kontakt per Post. Trotzdem gelang es uns, dass die DEJ bundesweit vertreten war. Eine wichtige Veranstaltung der DEJ war schon damals das IS. Die Vorträge hielten erfahrene Fachleute; die jungen Leute waren nur Zuhörer. Ein häufiger Redner war Prof. Lapenna. (Ich hielt meinen ersten Vortrag mit 31 Jahren, 1962 in Rüsselsheim.) Erst später durften die jungen Leute selber Vorträge halten.

Es gab viele Kontakte von DEJ-Mitgliedern mit den Nachbarverbänden, was bei einem Esperanto-Verband selbstverständlich ist. Aber die DDR war für uns vollkommen unerreichbar. Auch die Aufnahme des DDR-Esperanto-Verbandes in den Welt-Esperanto-Bund UEA 1977 änderte daran wenig. Nur unter Wissenschaftlern war ein wenig Kontakt möglich, unter jungen Leuten nicht. Die Wiedervereinigung brachte auch die Verschmelzung der Esperanto-Verbände mit sich.

Dr. Werner Bormann, im DEB seit 1949, bis 1953 im DEJ-Vorstand, verfasst im Juni 2004

 

 

Deutsch