- Der bestimmte Artikel ist la,
für alle Geschlechter und Fälle, für die
Einzahl und Mehrzahl. Einen unbestimmten Artikel gibt es nicht.
- Das Hauptwort bekommt immer die
Endung o. Der Plural bekommt die Endung j.
Es gibt nur zwei Fälle: Nominativ und Akkusativ; der letztere
entsteht aus dem Nominativ, indem die Endung n
hinzugefügt wird. Die übrigen Fälle werden
vermittelst der Präpositionen ausgedrückt: der
Genitiv durch de (von), der Dativ durch al
(zu), der Ablativ durch kun (mit), oder andere,
dem Sinne entsprechende, Präpositionen. Z. B. la
patr'o, der Vater; al la patr'o, dem
Vater; la patr'o'n, den Vater; la
patr'o'j'n, die Väter (Akkusativ).
- Das Eigenschaftswort endet immer
auf a. Deklinationen wie beim Substantiv. Der
Komparativ wird mit Hilfe des Wortes pli
(mehr), der Superlativ durch plej (am meisten)
gebildet. Das Wort "als" heißt ol.
Z. B.: pli blank'a ol neĝ'o, weißer als
Schnee.
- Die Grundzahlwörter
(undeklinirbar) sind folgende: unu (1), du
(2), tri (3), kvar (4), kvin
(5), ses (6), sep (7), ok
(8), naŭ (9), dek (10), cent
(100), mil (1000). Zehner und Hunderter werden
durch einfache Anreihung der Zahlwörter gebildet; z. B.: kvin'cent
tri'dek tri = 533. Ordnungszahlwörter entstehen,
indem sie die Endung des Adjektivs annehmen; z. B. kvar'a,
vierter. Vervielfältigungszahlwörter - durch
Einschiebung des Suffixes obl; z. B.: tri'obl'a,
dreifach. Bruchzahlwörter - durch on;
z. B. kvar'on'o, ein Viertel.
Sammelzahlwörter - durch op; z. B. du'op'e,
selbander. Distributive Zahlwörter - durch das Wort po;
z. B. po kvin zu fünf. Außerdem
gibt es
Substantiv- und Adverbialzahlwörter; z. B. cent'o,
das Hundert, du'e, zweitens.
- Die persönlichen Fürwörter
sind: mi (ich), vi (du,
Ihr), li (er), ŝi (sie), ĝi
(es; von Tieren oder Sachen), si (sich), ni
(wir), ili (sie [Mehrzahl]), oni
(man). Possesive Pronomina werden durch die Hinzufügung der
Endung des Adjektivs gebildet. Die Pronomina werden gleich den
Substantiven deklinirt. Z. B.: mi'a, mein, mi'n,
mich.
- Das Zeitwort hat weder Personen
noch Mehrzahl; z. B. mi far'as, ich mache; la
patr'o far'as, der Vater macht; ili far'as,
sie machen.
Formen des
Zeitwortes:
a) Das
Präsens endet auf as; z. B. mi
far'as, ich mache.
b) Die vergangene Zeit - auf is; z. B. li
far'is, er hat gemacht.
c) Das Futurum - auf os; z. B. ili
far'os, sie werden machen.
ĉ) Der Konditionalis - auf us; z. B. ŝi
far'us, sie würde machen.
d) Der Imperativ - auf u; z. B. far'u,
mache, macht; ni far'u, lasset uns machen.
e) Der Infinitiv - auf i; z. B. far'i,
machen.
f) Partizipum präsentis aktivi - auf ant;
z. B. far'ant'a, machender; far'ant'e,
machend.
g) Partizipum perfekti aktivi - int; z. B. far'int'a,
der gemacht hat.
ĝ) Partizipum futuri aktivi - ont; far'ont'a,
der machen wird.
h) Partizipum präsentis passivi- at;
z. B. far'at'a, der gemacht wird.
ĥ) Partizipum perfekti passivi - it; z. B. far'it'a,
gemacht.
i) Partizipum futuri passivi - ot; far'ot'a,
der gemacht werden wird.
Alle Formen des Passivs werden mit Hilfe der entsprechenden
Form des Wortes est (sein) und des Partizipum
passivi des gegebenen Zeitwortes gebildet, wobei die
Präposition de gebraucht wird; z. B. ŝi
est'as am'at'a de ĉiu'j, sie wird von Allen geliebt.
- Das Adverbium endet auf e;
Komparation wie beim Adjektiv. Z. B.: mi'a frat'o pli bon'e
kanta'as ol mi = mein Bruder singt besser als ich.
- Alle Präpositionen
regieren de Nominativ.
- Jedes Wort wird gelesen so wie es
geschrieben steht.
- Der Akzent fällt immer auf die vorletzte
Silbe.
- Zusammengesetzte Wörter entstehen durch
einfache Anreihung der Wörter, indem man sie durch
hochstehende Striche trennt (Im Briefwechsel mit solchen Personen, die
der internationalen Sprache schon mächtig sind, fallen die
hochstehenden Striche zwischen den verschiedenen Teilen der
Wörter weg.) Das Grundwort kommt zuletzt. Grammatikalische
Endungen werden als selbstständige Wörter betrachtet.
Z. B. vapor'ŝip'o (Dampfschiff) besteht aus vapor,
Dampf, ŝip, Schiff, und o=Endung
des Substantivs.
- Wenn im Satze ein Wort vorkommt, das von selbst eine
verneinende Bedeutung hat, so wird die Negation ne
weggelassen; z. B. mi nenio'n vid'is, ich habe
Nichts gesehen.
- Auf die Frage "wohin" nehmen die Wörter die
Endung des Akkusativs an; z. B. tie, da; tie'n,
dahin; Varsovi'o'n, nach Warschau.
- Jede Präposition hat eine bestimmte, feste
Bedeutung; ist es aber aus dem Sinne des Satzes nicht ersichtlich,
welche Präposition anzuwenden ist, so wird die
Präposition je gebraucht, welche keine
selbstständige Bedeutung hat; z. B. ĝoj'i je tio,
sich darüber freuen; rid'i je tio,
darüber lachen; enu'o je la patr'uj'o,
Sehnsucht nach dem Vaterlande.
Die Klarheit leidet keineswegs darunter, da doch dasselbe in allen
Sprachen geschieht, nämlich, daß man in solchen
Fällen eine beliebige Präposition begraucht, wenn sie
nur einmal angenommen ist. In der internationalen Sprache wird in
solchen Fällen immer nur die eine Präposition je
angewendet. Statt der Präposition je
kann man auch den Akkusativ ohne Präposition gebrauchen, wo
kein Doppelsinn zu befürchten ist.
- Sogenannte Fremdwörter, d. h. solche
Wörter, welche die Mehrheit der Sprachen aus einer und
derselben fremden Quelle entlehnt hat, werden in der internationalen
Sprache unverändert gebraucht, indem sie nur die
internationale Orthographie annehmen; aber bei verschiedenen
Wörtern, die eine gemeinsame Wurzel haben, ist es besser, nur
das Grundwort unverändert zu gebrauchen, die abgeleiteten
Wörter aber - nach den Regeln der internationalen Sprache zu
bilden; z. B. Theater, teatr'o; theatralisch, teatr'a.
- Die Endung des Substantivs und des Artikels kann
ausgelassen
werden, indem man dieselben durch einen Apostroph ersetzt;
z. B. Ŝiller', statt Ŝiller'o;
de l' mond'o, statt de la
mond'o.
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