Esperanto: Literatursprache
-
Bevor Ludwig Zamenhof 1887 sein Projekt Esperanto vorstellte, übersetzte
er mehrere Werke der Weltliteratur ins Esperanto, um so die Sprache zu
testen.
-
In den ersten Jahren der Existenz des Esperanto wurden bereits viele große
Werke ins Esperanto übersetzt - zunächst von Zamenhof selbst,
seit Anfang der 90er Jahre des 19. Jahrhunderts aber auch von anderen Esperanto-Sprechern.
-
Zu den frühen Übersetzungen gehören beispielsweise Shakespeares
Hamlet, der Erlkönig von Goethe, der Rabbi von Bacharach von Heine,
die Märchen von Hans-Christian Andersen u. v. a.
-
Ende des 19. Jahrhunderts begann die Esperanto-Literaturgeschichte mit
der Entstehung originär in Esperanto verfaßter Werke.
-
Wie in jeder anderen Sprache begann die Literaturgeschichte im Esperanto
mit der Poesie, später folgte die Prosa.
-
In der Esperanto-Literaturgeschichte gibt es mehrere Epochen: von der ungarischen
Epoche in den 20er und 30er Jahren bis zur Iberischen Bewegung in den 90er
Jahren unseres Jahrhunderts.
-
Seit 1993 ist der Esperanto-Schriftstellerverband Mitglied im internationalen
PEN-Zentrum.
-
In der Deutschen Esperanto-Bibliothek in Aalen sind rund 22.000 bibliographische
Einheiten verfügbar (Stand Ende 1998). Über Fernleihe sind sie
jedermann zugänglich. Der Katalog ist über http://www.esperanto.de
im Internet einsehbar.
-
Soeben (Mai 1999) ist - pünktlich zum Goethe-Jahr - die Esperanto-Übersetzung
von Goethes Faust I + II erschienen (zuvor war nur der erste Teil auf Esperanto
verfügbar).
-
Ebenfalls 1999 ist ein Band von Karl May (Liberigo - eine Befreiung) in
Esperanto erschienen, 1998 wurde die Unendliche Geschichte auf Esperanto
herausgegeben.
-
Ebenso wie die Belletristik ist auch die Trivialliteratur im Esperanto
vertreten. Beispielsweise wurde Asterix ins Esperanto übersetzt (mehrere
Bände), es gibt originäre Kriminal- und Liebesromane auf Esperanto,
Science-Fiction wurde übersetzt oder in Esperanto verfaßt.
-
Das original auf Esperanto verfaßte Literaturangebot wächst
ständig. Anreiz für die Esperanto-Schriftsteller sinddabei auch
die „Belartaj Konkursoj“ (Wettbewerb der Schönen Künste) der
jedes Jahr im Rahmen des Esperanto-Weltkongresses stattfindet. Auch der
seit 10 Jahren von der Stadt Aalen und der FAME-Stiftung verliehene Esperanto-Kulturpreis
fördert das Schaffen in Esperanto.
-
Der wohl angesehenste lebende Esperanto-Schriftsteller William Auld wurde
1999 für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen.