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Pressemitteilungen aus 2008
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Versio en Esperanto |
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Der Preisträger Ed Borsboom, Präsident des Internationalen Esperanto-Instituts sagte: "Unser Ziel ist es, den Lehrstuhl für Esperanto an der Universität von Amsterdam zu stützen und die Sprache mit der Cseh-Methode weiter zu verbreiten." Das Esperanto-Institut wurde 1930 von Andreo Cseh gegründet und unterrichtet nach seiner direkten Lehrmethode, die keine grammatikalischen Vorkenntnisse voraussetzt und allen gleich zugänglich ist.
Die Laudatio hielt Herbert Mayer, Leiter des Esperantomuseums und der Sammlung für Plansprachen der Österreichischen Nationalbibliothek und Vorsitzender der FAME-Stiftung. Der Aalener Bürgermeister Wolf-Dietrich Fehrenbacher und Gemeinderatsmitglied Ilse Schmelzle zeigten sich beeindruckt von der leichten Erlernbarkeit des Esperanto, die Atilio Rojas, Esperanto-Lehrer und Institutsdirektor aus Den Haag, den etwa 80 Anwesenden in einem kurzen Crash-Kurs demonstrierte.
Die FAME-Stiftung zur Förderung internationaler Verständigungsmittel wurde 1988 von Franz Alois Meiners aus Stuttgart mit dem Ziel gegründet, internationale Verständigungsmittel zu fördern.
Die Preisverleihung fand in den Räumen der Stadtbibliothek Aalen statt, die die hundert Jahre alte Deutsche Esperanto-Bibliothek beherbergt.
(RS) Die Menge der Teilnehmer war mit dem bestellten historischen Triebwagen aus dem Jahr 1925 nicht mehr zu bewältigen. Es musste ein Anhänger aus dem Jahr 1910 geordert werden, der näher an dem historischen Ereignis war, das der Esperanto-Liga Berlin e.V. die Anregung zu dieser einmaligen Fahrt durch die Esperanto-Geschichte gegeben hatte. Im Jahr 1908 hatten hunderte Teilnehmer vom Esperanto-Kongress in Dresden in der deutschen Reichshauptstadt Station gemacht. Auf dem Programm hatte am 24. August 1908 eine Fahrt mit der Straßenbahn ins Grüne gestanden, die dann abends vor dem Warenhaus Hermann Tietz am Alexanderplatz endete. Es blieb noch etwas Zeit zum Einkaufsbummel bis zum Höhepunkt des Tages: Dr. Ludwig Zamenhof, der Begründer der internationalen Sprache Esperanto, hielt im Bürgersaal des Roten Rathauses einen Vortrag.
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Auf der verschlungenen Fahrt über die Gleise der BVG wurden am 2. August 2008 viele Orte passiert, die in der über hundertjährigen Geschichte von Esperanto eine Rolle gespielt haben oder noch spielen. An der Kreuzung zur Schönhauser Allee beispielsweise richtete sich der Blick auf die Kulturbrauerei, das einstige Kulturhaus "Erich Franz", in dessen Turmzimmer 1965 die Esperanto-Gruppe Prenzlauer Berg gegründet wurde. Die Nachfolger dieser traditionsreichen Gruppe treffen sich heute jeden 2. und 4. Montag in der Danziger Straße 50 beim "Kulturverein Prenzlauer Berg e. V.". Mit etwas Glück konnte man im Vorüberfahren die dort angebrache Inschrift in Esperanto ("En Prenclova Monto al Apollono kaj al la Muzoj") auf der Fassade erkennen. Am 2. August 2008 endete die Fahrt beim "Polnischen Institut" in der Burgstr. 27. Auch hier musste das vorbereitete Angebot an Sitzflächen erweitert werden, denn zu den 40 Fahrgästen aus der historischen Tram waren weitere zwei Dutzend interessierte Besucher gestoßen. Es wurde die deutsche Übersetzung eines Buchs des Journalisten und Dokumentarfilmers Roman Dobrzyński vorgestellt. Bei der einstündigen Fahrt mit der Tram von Lichtenberg in die Stadtmitte waren sich der Autor und sein deutscher Übersetzer Michael Scherm aus Neu Ulm zum ersten Mal persönlich begegnet. |
Frau Katarzyna Sokolowska, die Vizedirektorin des "Polnischen Instituts" begrüßte die Teilnehmer und erinnerte daran, dass dies nicht die erste Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Esperanto-Liga Berlin sei. So war 2003 das filmische und literarische Schaffen des polnischen Regisseurs Jan Fethke vorgestellt worden, der unter dem Pseudonym Jean Forge in Esperanto veröffentlicht hatte. Einer seiner Kriminalromane war sogar als Vorlage für den Film "Die tausend Augen des Dr. Mabuse" ausgewählt worden.
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Frau Sokolowska gab zu bedenken, dass in der Europäischen Gemeinschaft über viele Gemeinsamkeiten geredet würde, aber selten über eine gemeinsame Sprache. Sie freute sich, dass im folgenden Jahr der Esperanto-Weltkongress in der polnischen Stadt Białystok stattfinden wird, wo einst Ludwig Zamenhof als ältestes Kind einer jüdischen Familie geboren wurde. Die Vorbereitungen für diesen Kongress, der einer der größten in der Geschichte der Esperanto-Bewegung werden soll, sind bereits angelaufen. Roman Dobrzyński berichtete über die jahrelange Arbeit an dem Buch, das er zunächst erst unter dem Titel "La Zamenhofstrato" geschrieben hatte und das dann danach in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt wurde. Michael Scherm hat soeben die deutsche Übersetzung fertiggestellt, die Roman Dobrzyński wegen der gemeinsamen Geschichte des polnischen und des deutschen Volkes am meisten am Herzen gelegen hatte. Roman Dobrzyński hatte als Vorstandsmitglied des polnischen Esperanto-Verbandes den Esperanto-Weltkongress vorbereitet, der zum hundertjährigen Jubiläum der internationalen Sprache mit Warschau an den Ort gelegt worden war, von dem die bescheidenen Broschüren des jungen Augenarztes Ludwig Zamenhof ihren Weg in die Welt fanden. Sein Pseudonym "Dr. Esperanto" wurde bald zum Markennamen für die Sprache selbst. Dabei lernte Dobrzyński den Enkel von Ludwig Zamenhof, Professor Louis-Christophe Zaleski-Zamenhof kennen, der inzwischen als international geschätzter Experte für Bauten aus Spannbeton in Frankreich lebte und als Ehrengast zum Kongress eingeladen worden war. Sein Vater Adam Zamenhof hatte mit der Familie im Warschauer Ghetto gelebt, war von der SS verhaftet und in einer Vergeltungsaktion ermordet worden. Unter dem Decknamen Zaleski konnte der Sohn überleben und im Untergrund sogar Abitur machen und später studieren. Er war ein Pionier der Spannbetonkonstruktion im Nachkriegspolen, bis er ein Angebot aus Frankreich annahm, wo er seit 1959 lebt. |
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Die Gespräche mit Louis-Christophe Zaleski-Zamenhof verarbeitete Roman Dobrzyński zu seinem Buch "Die Zamenhofstraße" und zu seiner Motivation, dieses Buch zu machen, erklärte er am 2. August 2008 im Polnischen Institut: "Die Leiden, die Louis-Christophe Zaleski-Zamenhof und seine ganze Familie erdulden mußten, waren nur möglich, weil die Ideale von Ludwig Zamenhof missachtet wurden". Es soll ein Beitrag zur Völkerverständigung sein. Dabei spielte für ihn die Aufarbeitung des überaus belasteten Verhältnisses zwischen Deutschen und Polen die wichtigste Rolle. Mit der nun vorliegenden Übersetzung will er in Deutschland nun eine größere Leserschaft erreichen und zum Nachdenken anregen.
Roland Schnell
Weitere Informationen und Rezensionsexemplare des Buches "Die Zamenhofstraße" über
Esperanto-Liga Berlin e.V.
Einbecker Straße 36, 10317 Berlin
Tel. 0 30 / 55 15 70 16,
Fax: 0 30 / 55 15 70 17
Am 5. Juli 2008 trafen sich in Wiesbaden zehn engagierte Sprecher der internationalen Sprache Esperanto, um einen politischen Verein zu gründen. Er heißt "Europa - Demokratie - Esperanto" und beabsichtigt, an den Europawahlen 2009 teilzunehmen.
Der Verein stellte eine Liste von 11 Kandidaten für die Europawahl auf, die von Prof. Dr. Reinhard Selten, Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften des Jahres 1994, angeführt wird. Prof. Selten lernte bereits als junger Mensch Esperanto. Er betonte im Jahr 2007 bei einer Rede im Europäischen Parlament, dass die Sprachbarrieren ein wichtiges Hindernis auf dem Weg zu einer starken europäischen Identität sind. "Die Dominanz einer Nationalsprache kann nicht die Antwort sein. Eine leicht erlernbare Plansprache wie Esperanto ermöglicht eine neutrale Lösung des Sprachenproblems."
Zum Vorsitzenden des Vereins wurde Manuel Cebulla, Übersetzer und Jurist aus Essen, gewählt, Stellvertreter sind der Ingenieur und Yogalehrer Dr. Eugen Macko aus München und der Mathematiker Dr. Ulrich Matthias aus Wiesbaden.
Esperanto wurde von dem polnischen Arzt und Humanisten Dr. Ludwig Zamenhof entwickelt, um die internationale Begegnung und Verständigung zu erleichtern. "Die Arbeit von EDE", erläutert der Vorsitzende Cebulla, "wird sich an den die Idee des Esperanto tragenden Säulen orientieren: Dialog, Gleichberechtigung, gegenseitige Achtung und Toleranz, Offenheit und Transparenz, Freiwilligkeit und Selbstbestimmtheit, Frieden und Freundschaft, gesellschaftliches Engagement und solidarisches Miteinander".
Zamenhof veröffentlichte seine internationale Sprache im Jahr 1887. Doch erst ab dem Jahr 2003 formierte sich eine europäische Bewegung, die die Idee des Esperanto gezielt in die politische Diskussion einbringen möchte. Die Bewegung "Europa - Demokratie - Esperanto" ging von Frankreich aus, wo es ihr trotz kurzer Vorbereitungszeit gelang, an der Europawahl 2004 teilzunehmen. Im Vorfeld der Europawahl 2009 bemühten sich zunächst vor allem Franzosen darum, die Bewegung in ganz Europa zu verbreiten.
Für die Mitglieder des Vereins ist Esperanto eine Idee, die Europa voranbringt. "Mit dieser Sprache geht jeder einen Schritt auf den anderen zu", erläutert der stellvertretende Vorsitzende Matthias, "bereits heute baut Esperanto Brücken über Grenzen hinweg".
Die Mitglieder des Vereins verstehen sich jedenfalls europaweit sehr gut. "Als ich im Internet-Forum unseres europäischen Dachverbands von der Gründung in Deutschland berichtete", so Matthias, "antwortete sogleich ein Franzose mit den Worten 'Germanoj, mi amas vin.' (Ihr Deutschen, ich liebe euch.)".
Kontakt:
Dr. Ulrich Matthias, Rückertstr. 6, 65187 Wiesbaden, Tel. 0611-46 67 12, Netzpost: Ulrich.Matthias@t-online.de
Netzauftritt des Vereins: http://www.e-d-e.org/
Hintergrundinformation:
Rede von Prof. Selten:
http://www.liberafolio.org/2007/seltendeutsch
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(ICH) Vor zwei Jahren erhielt Herzberg am Harz aufgrund eines einstimmigen Ratsbeschlusses den offiziellen Titel "Herzberg am Harz -die Esperanto-Stadt". Jetzt können auch die Einwohner, Gäste und Durchreisende erkennen, dass Herzberg am Harz die neue Esperanto-Stadt ist; denn die Stadt hat z.B. schöne Zusatzschilder für die städtischen Begrüßungsschilder an den Bundesstraßen anfertigen lassen. Der Ergänzungstext lautet: "Esperanto-Stadt - bonvenon". Das Wort "bonvenon" bedeutet in der Sprache Esperanto "willkommen". Nun wird auch in der Internationalen Sprache (Esperanto) als sichtbares Zeichen für Völker-verständigung geworben und die Gäste aus Deutschland und vielen Ländern der Welt sollen sich in Herzberg daheim und wohlfühlen. Die geschnitzten Buchstaben sind einer historischen deutschen Schrift nachempfunden, so wie sie auf den bisherigen Begrüßungsschildern schon vorhanden ist. Am 12.07.2008 wird in Herzberg am Harz - die Esperanto-Stadt der zweite Geburtstag von "Herzberg am Harz - die Esperanto-Stadt" u.a. mit einem Fest im Park (mit Gästen aus 15 Ländern, z.B. aus Japan, Korea, China und Indonesien) gefeiert. |
(DEB) Heute ist der 100.000. Artikel in der Esperanto-Version der freien Internet-Enzyklopädie Wikipedia erschienen. Damit steht das Esperanto unter den umfangreichsten Angeboten in Wikipedia und in einer Kategorie mit Sprachen wie Deutsch, Englisch, Spanisch, Französich, Portugiesisch u.a. Esperanto hat damit seine Position als eine der im Internet am meisten gebrauchten Sprachen gefestigt. Auch die Suchmaschine Google bietet Esperanto als eine ihrer 42 Suchsprachen an .
Derzeit wächst die Esperanto-Wikipedia (http://eo.wikipedia.org/) um durchschnittlich 40 Artikel pro Tag, die von Esperanto-Sprechern aus aller Welt eingestellt werden. Insgesamt hätte die Esperanto-Wikipedia damit einen Umfang von zirka 30.000 Seiten im Druckformat. In nur sieben Jahren ist diese umfangreiche Enzyklopädie entstanden.
Im Januar 2001 hatte der US-amerikanische Unternehmer Jimmy Wales die Wikipedia gegründet. Im November desselben Jahren begann sein Landsmann Chuck Smith mit dem Aufbau einer Esperanto-Version mit einem ersten Artikel. Schon nach einem Monat hatten vier Autoren 74 Artikel produziert, nach einem Jahr waren es bereits 4200 Artikel, die von 51 Autoren verfasst worden waren. Heute gibt es 860 esperantosprachige Autoren in Wikipedia.
(DEB) Unter dem Titel "Aufmarsch der Esperanto-Demonstranten" berichtete "Spiegel-Online" vor einigen Tagen über einen "gefürchteten Aufmarsch einer militanten Esperanto-Minderheit" auf der Nordinsel Hokkaido, wo vom 7. bis 9. Juli der nächste G8-Gipfel stattfindet, das Treffen der Regierungschefs der sieben größten Volkswirtschaften und Russlands.
Solche Irritationen auslösende Presseberichte über die "Libera Esperanto-Ligo en Hokkaido" veranlassen den Deutschen Esperanto-Bund zu folgender Stellungnahme.
Die weltweite Esperanto-Sprechergemeinschaft ist insgesamt sozial so vielseitig geschichtet wie die Gesellschaft überhaupt. Da der Begriff "Esperanto" nicht geschützt ist, kann sich jedermann "Esperantist" nennen, gleichgültig welche Ziele er mit der internationalen Sprache verfolgt.
Der Deutsche Esperanto-Bund ist Landesverband des Esperanto-Weltbundes (UEA). Das ist die weitaus größte, aber nicht die einzige weltweite Esperanto-Organisation. In ihrer Satzung verpflichtet sich der Esperanto-Weltbund zu strenger weltanschaulicher und politischer Neutralität, die Sprachenpolitik ausgenommen. Anerkannte nationale Landesverbände wie der Deutsche Esperanto-Bund und in Japan das Japana Esperanto-Instituto sind ebenso an dieses Konzept gebunden und halten sich deshalb strikt an die jeweiligen nationalen Gesetze.
Eine Internet-Recherche ergab, dass die regionale Organisation des Japana Esperanto-Instituto die Hokkajda Esperanto-Ligo ist, ähnlich wie der Deutsche Esperanto-Bund Landesverbände in den Bundesländern hat.
Die Libera Esperanto-Ligo en Hokkaido ist demnach keine Gruppe der im Esperanto-Weltbund organisierten Esperantisten. Darauf deutet auch die Bezeichung "Freier Esperanto-Verband in Hokkaido", die in der Presse falsch mit "Esperantoliga für Freiheit auf Hokkaido" eingedeutscht wurde.
Es ist andererseits richtig, dass sich der Deutsche Esperanto-Bund im Sinne des Esperanto-Weltbundes gegen jede sprachliche Diskriminierung und damit indirekt für den Erhalt der Sprachen- und Kulturenvielfalt einsetzt. Esperanto ist für die gleichberechtigte internationale Kommunikation geschaffen worden, um den Weltfrieden durch Verständigung zu fördern. Es wäre deshalb paradox, die Sprache des Friedens für gewaltsame Mittel einzusetzen.
Man muss verstehen, dass die G8 für eine Globalisierung, die viele Menschen in Angst versetzt, angesehen wird. Esperanto hingegen steht für einen friedlichen Weg in eine andere Welt.
Dr. Rudolf Fischer, Bundesvorsitzender des Deutschen Esperanto-Bundes e.V.
Adresse für Interviews: Tel. 02573 / 626, Rudolf.Fischer@Esperanto.de
(DEB) Eine offene Gesprächsatmosphäre und gute Stimmung kennzeichneten den 85. Deutschen Esperanto-Kongress, der vom 9. bis 12. Mai im CVJM-Tagungshaus in Essen stattfand. Knapp hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland und Österreich, aus den Niederlanden, Tschechien und Tansania waren unter dem Gesamtthema "Entdecke Deine Vorurteile" zusammen gekommen, um über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Esperanto zu diskutieren und ein gutes kulturelles Begleitprogramm zu genießen.
Den Hauptvortrag hielt Gregor Hinker, Vorsitzender des Esperanto-Weltjugendverbandes TEJO, der sich geistreich und kritisch mit dem Thema Vorurteile am Beispiel des Esperanto auseinander setzte. Auch über 120 Jahre nach seiner Entstehung wird dem Esperanto nach wie vor mit vielen Vorurteilen begegnet, die einer Überprüfung meist nicht standhalten.
Mit "Vorurteilen" hatten die Organisatoren aber auch die immer noch verbreiteten Vorurteile gegen das Ruhrgebiet als vermeintlich unattraktive Region gemeint. Diese Vorurteile ließen sich bei stahlendem Pfingstwetter vor allem durch Exkursionen zum Baldeney-See, zur Zeche Zollverein und in den Duisburger Hafen zerstreuen.
Ein Höhepunkt war der Vortrag von Herrn Mramba Simba aus Tansania. Simba ist Bürgermeister einer 14.000-Einwohner-Kommune mit fünf Dörfern und hat Entwicklungs-Projekte in seinem Ort vorgestellt. Hier soll mit Hilfe der Nichtregierungsorganisation Mazingira (auf Suaheli: Umwelt im weitesten Sinne) die Bevölkerung von Bunda, dem ärmsten Distrikt im Nordosten von Tansania, unterstützt werden. Das Programm umfasst die Konstruktion von Brunnen, die Versorgung mit Mikrokrediten, den Bau einer weiteren Schule und die Unterstützung von Waisen und anderen armen Kindern bei der Bildung. (vgl. www.kono.be/mazingira). Dies ist ein Beispiel von Projekten, die von Esperanto-Sprechern aus aller Welt unterstützt werden.
Hochinteressant war auch ein Vortrag über die 100-jährige Geschichte des Esperanto-Weltbundes UEA und seine Beziehungen zu den Landesverbänden von Dr. Ziko van Dijk aus den Niederlanden. Weitere Vorträge von Referenten aus den Niederlanden, Tschechien und Deutschland rundeten das Veranstaltungsprogramm ab. Kultureller Höhepunkte war am Samstag abend, 10. Mai, das Konzert der Band "La Kuracistoj", die bekannte Titel der "Ärzte" auf Esperanto vortrugen (selbstverständlich mit wohlwollender Genehmigung der deutschen "Ärzte").
Fester Bestandteil des Esperanto-Kongresses war darüber hinaus auch in Essen die Jahreshauptversammlung des Deutschen Esperanto-Bundes am Sonntag, 11. Mai.
Der 86. Deutsche Esperanto-Kongress findet gemeinsam mit dem Europäischen Esperanto-Kongress zu Pfingsten 2009 in der Esperanto-Stadt Herberg am Harz statt.
Für Rückfragen vor Ort:
Petra Dückershoff, Auf der Panne 74a, 44805 Bochum, Telefon 0151-14438074
<petra.dueckershoff@esperanto.de>
(DEB) Beim 85. Deutschen Esperanto-Kongresses, der vom 9. bis 12. Mai im CVJM-Tagungshaus, Hindenburgstraße 57, 45127 Essen, stattfindet, werden internationale Gäste erwartet. So wird Herr Mramba Simba aus Tansania, Bürgermeister einer 14.000-Einwohner-Kommune mit fünf Dörfern, die Entwicklungsprojekte in seinem Ort vorstellen. Hier soll mit Hilfe der Nichtregierungsorganisation Mazingira (auf Suaheli: "Umwelt" im weitesten Sinne) der Bevölkerung von Bunda, dem ärmsten Distrikt im Nordosten von Tansania unterstützt werden. Das Programm umfasst die Konstruktion von Brunnen, die Versorgung mit Mikrokrediten, den Bau einer weiteren Schule und die Unterstützung von Waisen und anderen armen Kindern bei der Bildung. Siehe www.kono.be/mazingira
Dies ist ein Beispiel von Projekten, die von Esperanto-Sprechern aus verschiedenen europäischen Ländern unterstützt werden. Diese Art der Zusammenarbeit zeigt den besonderen Nutzen von Esperanto: Herr Mramba spricht nur Suaheli und Esperanto - Englischkenntnisse fehlen ihm u. a. aufgrund mangelnder Schulbildung in seiner Jugend.
(DEB) "Entdecke Deine Vorurteile" ist Thema des 85. Deutschen Esperanto-Kongresses, der vom 9. bis 12. Mai im CVJM-Tagungshaus, Hindenburgstraße 57, 45127 Essen, stattfindet. Mit Vorurteilen sind hier die immer noch verbreiteten Vorurteile gegen das Ruhrgebiet als vermeintlich unattraktive Region gemeint. Dabei blickt Essen auf eine über 1100-jährige Geschichte zurück und hat in den letzten Jahrzehnten den Wandel von einer Industrieregion zu einer modernen Kultur- und Dienstleistungsstadt erfolgreich bewältigt.
Ein Reigen an Vorträgen von Referenten aus den Niederlanden, Tschechien und Deutschland beschäftigen sich mit dem Strukturwandel im Ruhrgebiet und mit der Situation des Esperanto heute. Sprachprobleme gibt es dabei keine: Die neutrale Sprache Esperanto erlaubt die problemlose Kommunikation über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg.
Auf Ausflügen lernen die 100 bis 120 erwarteten Teilnehmer aus Deutschland und dem Ausland Essen und das Ruhrgebiet kennen. Ein Höhepunkt ist am Samstag abend, 10. Mai, um 20 Uhr das Konzert der Band "La Kuracistoj", die u.a. bekannte Titel der "Ärzte" auf Esperanto singen (selbstverständlich mit wohlwollender Genehmigung der deutschen "Ärzte"), aber auch Beiträge mit Texten im Esperanto-Original vortragen.
Darüber hinaus finden die Jahreshauptversammlung des Deutschen Esperanto-Bundes und eine Reihe von Sitzungen der Esperanto-Fachverbände während des Kongresses statt.
Für Journalisten, Presse und Interessierte wird am Freitag, dem 9. Mai um 11 Uhr eine Pressekonferenz im CVJM-Tagungshaus gegeben.
Kontakt:
Petra Dückershoff, Auf der Panne 74a, 44805 Bochum, Telefon 0151 / 14 43 80 74
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Hintergrund (weitere Informationen)
(DEB) Zum Internationalen Tag der Muttersprache verweist der Deutsche Esperanto-Bund auf die Schutzfunktion einer neutralen Verkehrssprache hin. "Wer die Sprachenvielfalt und das Recht auf Muttersprache unterstützt, muss für die internationale Verständigung eine Sprache verwenden, die ihren Sprechern nicht eine spezielle nationale Kultur und Identität überstülpt." so der Bundesvorsitzende Dr. Rudolf Fischer, Universität Münster. Seiner Meinung nach ist die Plansprache Esperanto, die in über 100 Ländern der Erde Sprecher hat, eine ideale Lösung. Sie ermögliche Einheit in der Vielfalt, bei der jeder in gleicher Augenhöhe mit dem anderen international kommunizieren könne. Damit entginge man der Gefahr, der Anziehungskraft der Sprache einer politisch und wirtschaftlich mächtigen einzelnen Nation zu erliegen und nach und nach die eigene Muttersprache aufzugeben.
Der Internationale Tag der Muttersprache ist ein von der UNESCO ausgerufener Gedenktag zur "Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit". Er wird seit dem Jahr 2000 jährlich am 21. Februar begangen.