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Pressemitteilungen aus 2007
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(DEB) Der Deutsche Esperanto-Bund ist unter den 15 gemeinnützigen Organisation, denen zusammen insgesamt 10.000 Euro an Spendengeldern zugewandt wird. Die 20 Gewinner 2007 des "Deutschen Journalistenpreise Börse, Finanzen, Wirtschaft" haben gemeinsam mit den 200 Gästen der feierlichen Preisverleihung am 15. Oktober diese Organisationen ausgewählt.
Der Deutsche Esperanto-Bund steht damit in einer Reihe mit bekannten und anerkannten Nichtregierungsorganisationen wie der Deutschen Krebshilfe, Greenpeace oder Plan International, die in diesem Jahr durch diese Zuwendung besonders gewürdigt wurden.
Der "Deutsche Journalistenpreis Börse, Finanzen, Wirtschaft" (djp) wird gemeinsam verliehen von der DWS, Pioneer Investments, SimCorp, Angermann Global Property Alliance, BHW, Angermann M&A International und Capital Dynamics. Als Sponsoren würdigen sie damit die Bedeutung, die ein engagierter und qualifizierter Journalismus für das Verständnis der Strukturen und Entwicklungen in der Wirtschafts- und Finanzwelt hat. Jeder Gewinner erhält neben einem persönlichen Preisgeld das Recht, eine gemeinnützige Organisation zu benennen, die einer der Sponsoren daraufhin mit einer Spende unterstützt.
Der Deutsche Esperanto-Bund wurde von Preisträger Frank Stocker, einem seiner ehemaligen Bundesvorsitzenden benannt.
Danke, sehr geehrter Herr Kommissar, dass Sie die Europäer einladen, Ihnen Ihre Meinung mitzuteilen. Das ist ein sympathisches Zeichen des Respekts vor dem einfachen Bürger.
Das europäische Sprachenproblem ist gekennzeichnet durch ein Spannungsverhältnis zwischen zwei zunächst widersprüchlichen Bedürfnissen: dem Bedürfnis, effektiv zu kommunizieren und dem Bedürfnis, die Geleichheit und Identität eines jeden Bürgers zu respektieren. Die englische Sprache zu verwenden ist nicht demokratisch. Dies macht die große Mehrheit der Europäer zu Aphasikern. Beobachten Sie, wie zwei durchschnittliche dreißig- bis vierzigjährige Europäer mit unterschiedlicher Muttersprache kommunizieren, die beide in der Schule sechs bis sieben Jahre lang Englisch gelernt haben, und deren Muttersprache nicht germanischen Ursprungs ist. Sie werden alle Symptome der Aphasie erkennen: Sie sprechen in unvollständigen Sätzen, suchen ständig nach dem gewünschten Wort, müssen sich Wörter mehrmals wiederholen lassen, bis sie sie verstehen, können dieses oder jedes Phonem nicht aussprechen, usw. Wenn man die Zeit und geistige Arbeit bedenkt, die sie dem Sprachstudium gewidmet haben, ist dieses Ergebnis beklagenswert. Der Grund ist, dass das Englische den Erfordernissen interkultureller Kommunikation nicht angepasst ist. Dies beweist objektiv die Tatsache, dass eine nur ein Zehntel so große Investition sehr viel bessere Resultate zeitigt, wenn die Kommunikationssprache klüger und rationaler ausgewählt worden ist.
Der Gebrauch des Englischen ist nicht nur undemokratisch, sondern zeigt einen erschreckenden Mangel an Demokratiebewusstsein, auch in der Art und Weise, den Bürgern das Sprachenproblem darzustellen. Die Verantwortlichen, die Massenmedien, die intellektuelle Elite gibt sich einer gigantischen Täuschung hin, wahrscheinlich eher aus simpler Ignoranz denn aus Absicht, aber auf jeden Fall in verdammenswerter Ignoranz der Konsequenzen. Eine Täuschung wird gerne angenommen. Psychologisch ist es bequemer, sich selbst zu täuschen als der Realität die Stirn zu bieten, und die Versuchung ist niemals fern, das zu sehen, was wir zu sehen wünschen, und nicht die Tatsachen. Aber Täuschung bleibt Täuschung, was auch immer die Faktoren sein mögen, die zu ihr geführt haben. Und die Menschen zu täuschen ist undemokratisch.
Man macht die Nicht-Englischsprachigen glauben, dass es für jedermann möglich ist, das Englische gut zu beherrschen. Eine Täuschung. Diese Möglichkeit existiert nur für einen Teil der germanischsprachigen Bevölkerung, und für diejenigen, die vier oder fünf Jahre lang an englischen Universitäten studieren können. Aber auch danach bleibt weiterhin die Ungleichheit gegenüber den Englisch-Muttersprachlern bestehen.
Man macht die Öffentlichkeit glauben, dass der Schulunterricht zur Beherrschung der englischen Sprache führt. Die Mehrzahl der Jugendlichen glaubt in der Tat, dass sie nach Absolvierung des Englischunterrichts die Sprache gut beherrscht. Eine Täuschung. In einer Untersuchung mit 3700 Studenten in Hannover, die acht bis zehn Jahre lang Englischunterricht genossen hatten, zeigte sich, dass nur ein Prozent in die Kategorie "sehr gute Kenntnisse" eingestuft werden konnte, und nur vier Prozent in die Kategorie "gute Kenntnisse". Die Untersuchung zeigte auch, dass die meisten Jugendlichen sich sehr große Illusionen über ihr Sprachniveau machten. 34 Prozent hielten ihre Kenntnisse für "sehr gut" und 38 Prozent für "gut". Eine Selbsttäuschung. Besonders gegenüber sich selbst ist es immer schwierig, objektiv zu sein. Bedauerlicherweise wirken diese Selbsttäuschungen gegen die Demokratie, weil sie die anderen Täuschungen verstärken.
Man macht die Öffentlichkeit glauben, dass man nach Erlernen der englischen Sprache überall in der Welt kommunizieren könnte. Eine Täuschung. Auf dem europäischen Kontinent sind über 90 Prozent der Bevölkerung nicht in der Lage, eine einfache Probe alltäglich gebrauchter englischer Sprache zu verstehen. Versuchen Sie sich mit irgendeinem Menschen auf der Straße in Polen oder Frankreich auf englisch zu verständigen. Sie werden feststellen, dass man Sie getäuscht hat, was die allgemeine Verbreitung des Englischen angeht.
Man macht die Öffentlichkeit glauben, dass die Vorherrschaft des Englischen als einziger Weltsprache endgültig sei, dass es sich um etwas quasi Schicksalhaftes handle, und dass es vor diesem Hintergrund absurd sei, eine Änderung dieses Systems vorzuschlagen, selbst auch nach relativ langer Übergangszeit. Die Geschichte zeigt uns, dass solche Urteile eher am Ziel vorbei gehen als Recht behalten. Niemand weiß, was morgen geschieht. Eine Annahme als Tatsache darzustellen ist eine Täuschung.
Man täuscht die Menschen, indem man verbirgt, bis zu welchem Grade die Aussprache des Englischen es zu einer ganz besonderen Sprache macht, für die Mehrheit der Menschen schwieriger auszusprechen als die meisten anderen Sprachen. Man vermeidet zu sagen, dass die große Anzahl von Vokalen - 24 - und die Existenz von einem Phonem wie /th/, das in den Sprachen von 82 Prozent der Europäer nicht existiert, zu ständigen Quellen des Missverständnisses führt und das Risiko erhöht, sich lächerlich zu machen. Die Ausspracheunterschiede zwischen den folgenden Wörtern wahrzunehmen und wiederzugeben, ist der Mehrzahl der Bewohner unseres Planeten unmöglich: fourteen, fourty, thirteen, thirty, oder soaks, socks, sucks, sacks, sex, six, seeks usw.
Das Englische erfordert doppelt so viel Mühe, seinen Wortschatz zu erwerben, wie im Durchschnitt bei anderen Sprachen, aber dies wird nie herausgestellt. Eine Täuschung. In fast allen Sprachen gibt es eine Gedächtnis unterstützende Formverwandtschaft zwischen Wörtern, die verwandte Begriffe ausdrücken. So leitet man ab: Monat von Mond, Zahnarzt von Zahn, Abrüstung von Rüstung. Im Englischen ist es jedes Mal notwendig, zwei unterschiedliche Wörter zu lernen: moon/lunar, tooth/dentist, weapon/disarmament. Darüber hinaus beherrscht man die Sprache nicht, wenn man die Tausenden von Dubletten nicht kennt, wie z.B.: buy/purchase, read/peruse, freedom/liberty, threat/menace, usw. Die große Mehrheit der Sprachen funktioniert sehr gut ohne einen derart überdimensionierten Wortschatz.
Man gibt unterschwellig zu verstehen, dass das Englische eine normale Sprache sei, ebenso präzise wie andere. Eine Täuschung. Sie ist ganz klar ungenauer, weil es ihr an grammatischen Markern fehlt und weil die Bedeutungsfelder (semantische Felder) in ihr oft zu groß sind. Hier sind Beispiele dafür:
a) Develop an industry kann heißen "eine Industrie aufbauen", "eine Industrie schaffen, wo es vorher keine Industrie gab", aber ebenso "eine bereits bestehende Industrie weiter entwickeln, erweitern".
b) Bush warned against attacking Iran kann sowohl heißen "Bush warnte vor der Idee, den Iran anzugreifen" als auch "Bush (wurde durch andere) gewarnt vor der Idee, den Irak anzugreifen".
c) Eine mir bekannte Dolmetscherin begann den Satz Iraqis today have no power zu
übersetzen als "Die Iraker haben heute keine (politische) Macht",
und nur als die Rede einige Minuten weiter gegangen war, verstand sie, dass sie hätte übersetzen müssen: "Heute ist die Stromversorgung im Irak ausgefallen".
d) English teacher kann ebenso gut einen englischen Mathematiklehrer bezeichnen
wie eine ungarischen Lehrer der englischen Sprache.
Ich könnte noch viele weitere Beispiele nennen, aber diese reichen wahrscheinlich aus. Ich habe in relativ vielen Sprachen gearbeitet, aber keine von mir gekannte Sprache hat so viele semantische Zweifelsfälle wie das Englische. Besonders in den Rechts- und Naturwissenschaften ist dies sehr hinderlich.
Man sagt, Esperanto sei ein Hobby, ein Steckenpferd von Dilettanten, eine phantastische Utopie, die nicht wirklich funktioniert. Eine Täuschung. Wenn man sie in der Praxis mit anderen Mitteln internationaler Kommunikation vergleicht – Englisch von hohem Niveau, fehlerhaftes Englisch, simultanes oder konsekutives Dolmetschen, Zeichensprache oder Stammeln in einer anderen miserabel beherrschten Fremdsprache, usw. – dann muss man konstatieren, dass das Esperanto diesen Möglichkeiten weit überlegen ist, obwohl es nicht dazu zwingt, auch nur einen Groschen in die sprachliche Kommunikation zu investieren, und obwohl das Erlernen des Esperanto sehr viel weniger an Mühe erfordert als das anderer Sprachen (im selben Alter und mit derselben Anzahl von Wochenstunden erreicht man nach sechs Monaten Esperantounterricht eine Kommunikationsfähigkeit, die man in anderen Sprachen, einschließlich des Englischen, nach sechs Jahren noch nicht erreicht hat). Die Kosten-Nutzen-Relation ist bei der Annahme des Esperanto ganz klar günstiger als bei anderen Systemen.
(Vergleichen Sie in diesem Zusammenhang: Claude Piron, "Communication linguistique:
Étude comparative faite sur le terrain, Language Problems & Language Planning,
vol. 26, 1, 23-50 oder folgende Sprachversionen dieses Artikels im Netz:
(Esperanto)
(Englisch)
(Niederländisch)
(Italienisch))
Man macht die Öffentlichkeit glauben, dass das Englische die einzige Möglichkeit bietet, der Herausforderung der Mehrsprachigkeit zu begegnen, und dass die Kosten, die sein Gebrauch verursacht, vernachlässigbar und nicht weiter zu verringern seien. Eine Täuschung. Die Kosten würden sich beträchtlich verringern, wenn das Esperanto die Rolle des Englischen übernähme, sowohl im Unterricht als auch in den internationalen Beziehungen. Der Wirtschaftswissenschaftler François Grin hat kalkuliert, dass die Übernahme des Esperanto durch die europäischen Institutionen zur Einsparung von 25 Milliarden Euro jährlich führen würde. Man macht die Öffentlichkeit auch glauben, dass das De-facto-Monopol des Englischen im Sprachunterricht keine Nachteile hätte. Eine Täuschung. Seine Ersetzung durch das Esperanto würde es ermöglichen, anderen Sprachen die Hunderten von Stunden zu widmen, die durch die sehr viel schnellere Aneignung des Esperanto eingespart werden würden. Dies würde eine wahre Diversifizierung des Fremdsprachenunterrichts ermöglichen. Die Schulen könnten so die kulturelle Vielfalt widerspiegeln, während sie derzeit den Kindern und Jugendlichen nur eine einzige Kultur nahebringen, die de facto – wenngleich niemals explizit – durch den Mangel wirklicher Konkurrenzsprachen als den anderen übergeordnet dargestellt wird.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass die sprachliche Organisation Europas, und sogar der ganzen Welt, auf einer beeindruckenden Anzahl von Irrtümern und Täuschungen gegründet ist, die von Rede zu Rede, von Artikel zu Artikel immer wieder wiederholt werden, unabhängig davon, ob die Verbreiter der Unwahrheiten dies nun absichtlich tun oder ob sie – was sicherlich meistens der Fall ist – einfach nur wiederholen, was alle oberflächlich sagen, ohne sich darum zu bemühen, die Fakten nachzuprüfen und ohne über die Folgen ihres Handelns nachzudenken.
Was wollen Sie tun, Herr Kommissar, was will die Kommission tun, um der Wahrheit wieder zu ihrem Recht zu verhelfen? Die Wahl des Englischen als alles beherrschendes Kommunikationsmittel war niemals Gegenstand einer demokratischen Entscheidung, niemals hat man die Öffentlichkeit ehrlich informiert, niemals hat man die Bürger frei wählen lassen. Ein wirklich demokratischer Geist erfordert, dass sich die Verantwortlichen objektiv über den Charakter der verschiedenen Optionen informieren, dass sie die Öffentlichkeit objektiv und ehrlich informieren, sie auf Täuschungen hinweisen, denen sie möglicherweise ausgesetzt ist, und sie frei entscheiden lässt. Widersprechen Sie dieser Sichtweise? Wenn ja, auf was gründet sich Ihre Position?
Wenn die Kommission weiterhin dem Weg der Untätigkeit folgt, wissen wir, dass die Demokratie von den europäischen Institutionen nichts zu erwarten hat. Jede Täuschung, auch eine in guter Absicht (bonafide), kann nur zu antidemokratischen Entwicklungen führen.
Claude Piron (Psychologe und ehemaliger Konferenzdolmetscher)(DEB) "Esperanto unter Nachbarn in Europa" war der Titel eines Kulturwochenendes, das vom 19. bis 21. Oktober in der Evangelischen Jugendbildungsstätte Nordwalde bei Münster stattfand. Über 80 Esperanto-Sprecher aus den Niederlanden und aus Deutschland waren gekommen, um das hundertjährige Jubiläum von Esperanto in Münster zu feiern: Am 22. Oktober 1907 hatte eine Gruppe von Gymnasiasten den ersten Esperanto-Jugendverein in Münster gegründet.
Eine ganze Reihe von interessanten Vorträgen, zum Beispiel über die Geschichte des Esperanto in Münster (Dr. Rudolf Fischer), über den Dreißigjährigen Krieg (Dr. Ziko van Dijk), über das Leben des bekannten Esperantolehrers Andreo Cseh oder über das Verhältnis von Nationalität und Esperanto-Identität (Ed Borsboom) wurden ergänzt durch eine Exkursion nach Münster und einen historischen Rundgang durch Nordwalde.
Besondere Höhepunkte waren Konzerte der Gruppe "La kuracistoj" (Gunnar Fischer und Sebastian Hoffmann), die bekannte Lieder der "Ärzte" auf Esperanto mitreißend vortrugen, und des Nordwalder Männergesangsvereins "Die Kiepenkerle", die Münsterländer Heimatlieder auf Plattdeutsch und Esperanto zum Besten gaben.
Die Verbindung des Münsteraner Esperanto-Jubiläums mit dem alljährlichen Kulturwochenende von "Esperanto Nederland" und der Jahrestagung des Rheinisch-westfälischen Esperanto-Verbands (REVELO) war hervorragend organisiert und fand großen Anklang bei den Teilnehmern.
(DEB) „Die Beziehungen zwischen Völkern und Kulturen sollen sich nicht an Konflikten ausrichten, sondern auf gegenseitiges Verständnis, auf Gerechtigkeit und Frieden setzen. Esperanto hat das Potenzial, Brücken zu bauen zwischen Menschen verschiedener Sprache und Kultur.“ Mit einer Resolution zur internationalen Verständigung endete am Samstag, 11. August, der 92. Esperanto-Weltkongress in Yokohama, Japan. 1900 Teilnehmer aus 57 Ländern, darunter 62 Deutsche, waren unter dem Motto „Der Westen im Osten: Akzeptanz oder Widerstand“ zusammengekommen.
Auf dem Kongress, der vom 4. bis 11. August im Zentrum „Minato-Mirai 21“ in Yokohama stattfand, wurde von Teilnehmern aus dem asiatischen Raum die wachsende Verwestlichung kritisiert und auch die Dominanz der englischen Sprache, die für viele Asiaten sehr schwer zu erlernen ist und von vornherein einen Wettbewerbsnachteil bewirke.
Es war ein Kongress ohne Dolmetscher: Jeder konnte frei mit jedem anderen sprechen, mit Hilfe der internationalen Sprache Esperanto. Diese leicht zu erlernende Plansprache wurde 1887 von dem Warschauer Augenarzt Ludwig Zamenhof entwickelt und wird heute weltweit von mehreren Millionen Menschen gesprochen. Ziel des Esperanto ist es, über eine leicht zu erlernende Brückensprache zu Frieden und Völkerverständigung in der Welt beizutragen, wobei kein Mensch aufgrund seiner Sprache oder Kultur benachteiligt werden sollte.
Auf dem Kongress in Yokohama wurde ein neuer Vorstand des Esperanto-Weltbundes UEA gewählt, Vorsitzender ist der Sprachwissenschaftler Dr. Probal Dasgupta aus Hyderabad, Indien. Er löst in dieser Funktion den Italiener Dr. Renato Corsetti ab, der dem Esperanto-Weltbund seit 2004 vorstand.
Der Esperanto-Weltkongress findet jährlich statt und ist das größte internationale Esperanto-Treffen. 2008 wird der Kongress vom 19. bis 26. Juli in Rotterdam, Niederlande, stattfinden und das 100jährige Bestehen des Esperanto-Weltbundes feiern.
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(DEB) Ein Denkmal zu Ehren von Joachim Gießner ist am Samstag, 30. Juni, in Herzberg am Harz feierlich eingeweiht worden. Eine Lore mit zweisprachiger Gedenktafel und Kurzbiographie erinnert an den Herzberger Bahnhofsvorsteher Gießner (1913 bis 2003), der viele Jahre lang Vorsitzender des deutschen Eisenbahner Esperantisten-Verbands (GEFA) wie auch des internationalen Eisenbahner Esperantisten-Verbands war und besonders für die Übersetzung von Liedern ins Esperanto bekannt ist. Dahinter wurde ein zweisprachiges Willkommensschild angebracht.
An der feierlichen Einweihung nahmen unter anderen teil: der Herzberger Bürgermeister Gerhard Walter, der Vorsitzende des deutschen Eisenbahner Esperantisten-Verbands (GEFA) Achim Meinel, Herr Pätzold von der Stiftung Bahn-Sozialwerk, Ulrich Mattke als Musiker und Freund Joachim Gießners, der eine Ansprache zur hervorragenden Übersetzungsarbeit Gießners hielt, sowie der ehemalige GEFA-Vorsitzende Rolf Terjung, der die Spendensammlung für das Denkmal organisiert hatte. |
Die beiden neuen Esperanto-Objekte in der Grünanlage vor dem Herzberger Bahnhof gehören zu den vielen Zeichen, mit denen sich Herzberg als Esperanto-Stadt präsentiert. So sollen in den kommenden Monaten insgesamt elf Willkommensschilder in Esperanto an den Einfahrtsstraßen nach Herzberg aufgestellt werden. Für 2008 sind auch offizielle Schilder am Bahnhof mit der Aufschrift „Herzberg - die Esperanto-Stadt“ geplant.
Ein Esperanto sprachiger Stadtprospekt sowie verschiedene Postkarten mit Esperanto-Aufschrift sind in Vorbereitung. Darüber hinaus werden derzeit für 20 Gaststätten in Herzberg die Speisekarten ins Esperanto übersetzt. Mit diesen Aktionen wird Esperanto für die Bewohner und Besucher Herzbergs zunehmend sichtbar.
Der Stadtrat von Herzberg hatte am 11. Juli 2006 den Namenszusatz „Esperanto-Stadt“ beschlossen. Seit vielen Jahren finden in Herzberg Esperanto-Treffen und –Veranstaltungen statt, die viele Esperanto sprechende Gäste anziehen. Die Stadt beherbergt das Interkultur Zentrum Herzberg, das Aus- und Fortbildungszentrum des Deutschen Esperanto-Bundes sowie Sitz der deutschen Sektion der Internationalen Liga der Esperanto-Lehrer (ILEI) und Sitz der Esperanto-Gesellschaft Südharz. An den Herzberger Schulen wird Esperanto unterrichtet. Esperanto wird besonders auch für die Beziehungen zur polnischen Partnerstadt Góra gefördert und genutzt, ermöglicht es doch menschliche Begegnung und Kommunikation über die gemeinsame Brückensprache.
Der Vortrag von Ó Riain war ein Höhepunkt auf dem diesjährigen Deutschen Esperanto-Kongress, der vom 25. bis 28. Mai in Hamburg stattfand. Schwerpunktthema des Kongresses war "Hamburg – die wachsende Stadt". In Vorträgen wurden die 172 Teilnehmer, darunter Gäste aus Dänemark, den Niederlanden und Großbritannien, aus Polen, Ungarn und Lettland, aus Kasachstan und Bulgarien, u.a. mit der Stadtentwicklung aus wirtschaftlicher Perspektive (Dr. Werner Bormann, Hamburg) und mit dem Problem des "Schrumpfens" von Großstädten (Peter Kühnel, Berlin) konfrontiert. Exkursionen führten u.a. in die entstehende "Hafen-City" und zur Kehrseite der wachsenden Stadt, den Lebensräumen von Obdachlosen.
Ein reichhaltiges Kulturprogramm rundete die Veranstaltung ab, so ein Konzert der Esperanto-Musikgruppe Kajto und ein Auftritt des Shanty-Chores der Henneberg-Bühne Poppenbüttel.
Wichtigster Tagesordnungspunkt der Jahreshauptversammlung des Deutschen Esperanto-Bundes am 27. Mai war die Neuwahl des Vorstandes. Als Vorsitzender wurde der Sprachwissenschaftler und Privatdozent für Medizinische Informatik und Biomathematik Dr. Rudolf Fischer aus Nordwalde bei Münster gewählt, als sein Stellvertreter Andreas Emmerich, Pit Hauge als Schatzmeister sowie Wolfgang Bohr, Andreas Diemel, Dr. Jörg Gersonde, Sebastian Kirf, Christof Krick und Dr. Rainer Kurz als Beisitzer.
Am Rande des Deutschen Esperanto-Kongresses wurde das Große Wörterbuch Deutsch-Esperanto von Erich-Dieter Krause erstmalig vorgestellt. Es ist am 21. Mai im Helmut Buske Verlag Hamburg erschienen und mit 1679 Seiten und mehr als 160.000 Stichwörtern und Wendungen das weltweit umfangreichste zweisprachige Wörterbuch des Esperanto.
Darüber hinaus findet der Leser auch fachsprachliche Grundbegriffe aus allen Bereichen. In den Wissensgebieten Botanik, Zoologie und Medizin werden zusätzlich die lateinischen Termini angegeben. Der Sprachgebrauch in Österreich und der Schweiz sowie Regionalismen sind ebenfalls berücksichtigt. Geographische Namen, Eigennamen und Abkürzungen sind alphabetisch eingeordnet.
Die klare Gliederung der Stichwortartikel, ausführliche Sachgebietshinweise sowie erläuternde Zusätze machen dieses Wörterbuch zu einem zuverlässigen Hilfsmittel. Zudem ist die neue deutsche Rechtschreibung berücksichtigt. Das Wörterbuch wendet sich an Anfänger und fortgeschrittene Lernende, erfüllt aber auch die Bedürfnisse linguistisch geschulter Fachleute.
Erabeitet hat es in einer mehr als dreißigjährigen lexikologischen Sammlung und Auswertung umfangreicher Texte der bekannte Sprachwissenschaftler und Lexikologe Erich-Dieter Krause, der auch das ebenfalls im Buske-Verlage erschienene Wörterbuch Esperanto-Deutsch veröffentlicht hat. Der Buske-Verlag engagiert sich damit in hervorragender Weise für die Pflege und Weiterentwicklung der interrnationalen Sprache.
Erste Reaktionen aus Esperanto-Fachkreisen lauten begeistert: "Mit diesem Werk wird erneut der Beleg dafür erbracht, dass sich Esperanto als internationale Kultursprache etabliert hat. Auf wissenschaftlicher Basis wird der hohe Gebrauchswert des Esperanto für die weltweite Verständigung deutlich unterstrichen. Dies ist gar nicht hoch genug einzuschätzen, wenn es künftig um bessere Alternativen in den Diskussionen zur europäischen Sprachpolitik gehen wird."
Das Wörterbuch ist über jede Buchhandlung zu beziehen, ebenso über den Bücherdienst des Deutschen Esperanto-Bundes unter www.esperanto-buchversand.de.
Bibliographische Angaben:
Erich-Dieter Krause: Großes Wörterbuch Deutsch-Esperanto
2007. Ca. 1650 Seiten.
3-87548-466-5. Gebunden. Preis: 128,00 EUR
In seiner Rede vor dem Europäischen Parlament argumentierte er für die Notwendigkeit einer stärkeren wirtschaftlichen Integration und einer Stärkung der europäischen Identität. „Ein wichtiges Hindernis auf dem Weg zu einer starken europäischen Identität sind die innereuropäischen Sprachbarrieren“, so Selten in seiner Ansprache. „Die Dominanz einer Nationalsprache kann nicht die Antwort sein. Auf die Dauer ist nur eine neutrale Lösung akzeptabel. (...) Eine leicht erlernbare Plansprache wir Esperanto ermöglicht eine neutrale Lösung des Sprachproblems.“ Um diese Lösung zu verwirklichen, empfahl der Bonner Wirtschaftswissenschaftler, in den Schulen Esperanto als erste Fremdsprache zu unterrichten, und danach eine zweite, nationale Fremdsprache.
(Quelle: der unabhängige Internet-Nachrichtendienst „Libera Folio“, http://www.liberafolio.org/2007/seltendeutsch. Hier kann der vollständige Text der Rede auf deutsch heruntergeladen werden.)