Pressemitteilungen (Hintergrund)
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(DEB) Vor über 120 Jahren, im Juli 1887, wurde Warschau das erste Lehrbuch (unua libro) für die internationalen Sprache Esperanto veröffentlicht. Bereits zum Ende des Jahres war es in Deutsch, Polnisch, Französisch und Englisch übersetzt worden. Pfingsten 2007 feiert der Deutsche Esperanto Bund dieses Ereignis in Hamburg. Die Esperanto-Sprecher werden wieder jünger, bekommen offizielle Unterstützung und blicken optimistisch in die Zukunft.
Alles begann vor 120 Jahren in Warschau. Dort brachte am 26. Juli 1887 der russisch-jüdische Humanist Ludwig Zamenhof sein erstes "Lehrbuch der internationalen Sprache" heraus. Er veröffentlichte das Projekt unter dem Pseudonym "Dr. Esperanto", was in der Sprache "der Hoffende" bedeutet. Schon wenig später wurde dieser Name auch als Bezeichnung für die Sprache selbst verwendet. Zamenhof war davon überzeugt, dass er mit der neutralen und leicht erlernbaren Sprache einen Beitrag zu Frieden und Völkerverständigung in der Welt leisten könnte.
Nur ein Jahr später, 1888, wurde in Nürnberg die weltweit erste Esperanto-Gruppe gegründet, weitere deutsche Städte wie beispielsweise Schalke (1890), München (1891), Freiburg (1891), Erlangen (1892) und Schweinfurt (1892) folgten schon kurz danach. Doch es dauerte bis zum 19. Mai 1906 ehe die erste nationale Organisation, die "Deutschsprachige Esperantisten-Gesellschaft", in Braunschweig aus der Taufe gehoben wurde. Einige Jahre später wurde der Verband in Deutscher Esperanto-Bund umbenannt.
Esperanto erfreut sich heute wieder an einem wachsenden Interesse, besonders unter Jugendlichen. Die Deutsche Esperanto-Jugend ist für alle unter 27-jährigen Esperanto-Sprecher aktiv, unter anderem wird jedes Jahr ein internationales Silvestertreffen veranstaltet. Diese Internationale Seminar wird von über 200 Jugendlichen aus ganz Europa besucht und ist jedes Jahr in einer anderen deutschen Stadt. 2007 war Würzburg an der Reihe. (Näheres unter: www.internacia-seminario.de)
Die Stadt Herzberg am Harz nennt sich seit dem 12. Juli 2006 jetzt offiziell " Die Esperanto-Stadt" (www.herzberg.de). Dafür stimmten alle vier Parteien des Stadtrates. Der Herzberger Bürgermeister Gerhard Walter erhielt daraufhin innerhalb weniger Wochen hunderte Glückwünsche aus aller Welt. Besonders erfolgreich erwies sich Esperanto für die Belebung der Beziehungen zur polnischen Partnerstadt Góra. Im April 2005 vereinbarten die Bürgermeister Gerhard Walter und Tadeusz Wrotkowski, Esperanto als neutrale, leicht erlernbare Sprache für direkte Kontakte zwischen den Bürgern beider Städte zu nutzen. Inzwischen wird Esperanto in den Schulen der Partnerstädte unterrichtet.
Anlässlich des Internationalen Tag der Muttersprache der UNESCO am 21. Februar, wies der Vorsitzende des Deutschen Esperanto-Bundes Dr. Rudolf Fischer, Universität Münster, auf die Schutzfunktion einer neutralen Verkehrssprache hin. "Wer die Sprachenvielfalt und das Recht auf Muttersprache unterstützt, muss für die internationale Verständigung eine Sprache verwenden, die ihren Sprechern nicht eine spezielle nationale Kultur und Identität überstülpt." so der Bundesvorsitzende. Seiner Meinung nach ist die Plansprache Esperanto, die in über 100 Ländern der Erde Sprecher hat, eine ideale Lösung. Sie ermögliche Einheit in der Vielfalt, bei der jeder in gleicher Augenhöhe mit dem anderen international kommunizieren könne. Damit entginge man der Gefahr, der Anziehungskraft der Sprache einer politisch und wirtschaftlich mächtigen einzelnen Nation zu erliegen und nach und nach die eigene Muttersprache aufzugeben.
Nähere Informationen zu der Sprache erhalten Sie unter
www.esperanto.de oder bei der Geschäftsstelle des Deutschen Esperanto Bundes,
Gustav-Adolf-Str. 2a, 48356 Nordwalde, Tel. 0180 / ESPERANTO (=0180 / 37 73 726), deb@esperanto.de