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Esperanto en dialogo

Grammatik zu Lektion 5 / gramatiko de leciono kvin


Partizipien

Partizipien (Mittelwörter) sind spezielle Adjektive, daher endet ihre Grundform auf -a.

Beispiel: skrib/ant/a 'schreibend'

Die Wurzel (im Beispiel skrib-) ist immer verbal, gibt also eine Handlung, ein Geschehen oder (seltener) einen Zustand an.
(Im Folgenden ist immer nur von "Handlung" die Rede; man muss aber "bzw. Geschehen oder Zustand" immer stillschweigend ergänzen.)

Das System der Partizipien im Esperanto ist einfach und symmetrisch aufgebaut, aber reicher als im Deutschen.


Analog zu den Verbformen auf -as, -is und -os gibt es im Esperanto

(Man sieht, dass die meisten deutschen Übersetzungen kein korrektes Deutsch sind, sondern nur wörtliche Wiedergaben. Sie mussten deshalb in Klammern gesetzt werden.)

Hinweis:
Das hier beschriebene System der Partizipien folgt der grammatischen Schule des sog. "Tempismus", der die Bedeutung von -a-, -i- und -o- unterschiedslos, ob in Verbformen oder in Partizipien, als rein zeitlich ansieht.
Dem gegenüber steht der sog. "Aspektismus", der in einigen, insbesondere in passivischen Partizipien auch noch Aktionsarten ("Aspekte") wie "Vollendung", "Dauer", usw. wiedergegeben sehen will.
Für Einzelheiten sei auf die umfangreiche Literatur verwiesen.


Adverbformen

Wie bei allen Adjektiven lassen sich auch aus der adjektivischen Grundform der Partizipien die entsprechenden Adverbformen einfach durch Austausch von -a zu -e regelmäßig ableiten:

Bojanta hundo ne mordas.
Ein bellender Hund beißt nicht.
Hundo ne mordas bojante. <5.1.5>
Ein Hund beißt nicht beim Bellen (wörtlich: bellend).

Substantivformen

Analog leitet man Substantive auf -o ab.
Diese stellen sexusneutrale Personenbezeichnungen dar!

Beispiele:
komencanto
kaptito
partopreninto
batato
mortonto
Anfänger
Gefangener
ehemaliger Teilnehmer
(gerade) Geschlagener
dem Tod Entgegensehender (wörtlich: sterben Werdender)
Großschreibung
von Länder- und Einwohnernamen

Das Benennen von Einwohnern und Ländern bereitet naturgemäß Schwierigkeiten, denn man benötigt Wörter, die einerseits nach Aussprache und Schreibweise normale Esperantowörter sind, andererseits als Namen aber eben nicht zum Esperanto gehören und deshalb möglichst wenig verändert werden sollen.

Zudem besteht bei der unabsehbaren Fülle der Namen auch noch die Gefahr, dass die benötigte Wortwurzel schon "besetzt" ist.

Beispiel: kubo 'Würfel' oder 'Kuba'.

Um beide Bedeutungen wenigstens im Schriftlichen unterscheiden zu können, schreibt man im Esperanto deshalb Namen groß, aber auch damit ist das Problem nicht ganz gelöst (siehe den Abschnitt Namen in der Grammatik zu Lektion 1).

In diesem Lehrwerk werden die Namen von Ländern und Einwohnern sowie von ihnen abgeleitete Wortformen groß geschrieben.

<5.4.0>


Länder- und Einwohnernamen

Wie schon im Lektionsteil beschrieben, gibt es zwei Gruppen für Länder- und Einwohnernamen, die einen Benennungskompromiss für Namen allgemein widerspiegeln.
Die zwei Gruppen ergeben sich durch zwei verschiedene Ableitungsregeln.

Gruppe 1 der Ländernamen auf -ujo:
Der Ländername wird mit Hilfe des Suffixes -uj- aus einem Einwohnernamen gebildet:
German/o => German/uj/o usw.

<5.4.1>

Gruppe 2 der Ländernamen auf -o:
Der Einwohnername wird mit Hilfe des Suffixes -an- aus einem Ländernamen gebildet:
Brazil/o => Brazil/an/o, Bosni/o => Bosni/an/o, usw.

<5.4.2>

Es gibt eine kleine Gruppe von Ländernamen, die aus einer Pluralform oder mehreren Wörtern bestehen, die nicht in dieses einfache System passen.


Ländernamen, die auf -lando enden

Ferner führen diejenigen Namen, deren Wortwurzel auf eine unabtrennbare Silbe -land endet, leicht zu Verwirrung. Dazu gehören Irland/o, Island/o, Nederland/o und einige andere.
Denn als alternative Formen zu den Ländernamen auf -uj- sind auch die entsprechenden auf -land- zugelassen, also statt nur Skot/uj/o auch Skot/land/o, statt nur Svis/uj/o auch Svis/land/o usw. Einige dieser Formen auf -land/o sind sogar gebräuchlicher als die -uj/o-Formen, vor allem Skot/land/o, Svis/land/o, Pol/land/o, Dan/land/o. Man muss sich also sorgfältig einprägen, ob in solchen Namensformen der Teil -land- zur Wortwurzel gehört oder nicht, sonst leitet man den Einwohnernamen falsch ab: Es gibt eben keine "Nederoj" oder "Iroj".

Ländernamen mit modischer Variante -io statt -ujo

Ein ähnliches, aber häufigeres Problem ist, dass das Suffix -uj- in zunehmendem Maße einfach durch ein -i- ersetzt wird. Bei Ländernamen der Gruppe 2, deren Wurzel auf -i endet, gibt es dann ebenfalls das Problem, dass man nicht mehr weiß, wie der Einwohnername zu bilden ist.
Weil Lehr- und teilweise auch Wörterbücher die ujo-Formen der Ländernamen inzwischen sogar verschweigen, kann man immer mehr Fehler bei Einwohnernamen beobachten.


Eine kleine Selbstkontrolle hier mag das Problem eindrucksvoll verdeutlichen. Versuchen Sie, aus den Ländernamen von Übung 4.3 dieser Lektion, die Einwohnernamen abzuleiten, wenn anstatt der ujo-Formen generell die entsprechenden io-Varianten geschrieben werden.

Hier die transformierte Liste:

Peruo, Belgio, Bulgario, Bosnio, Albanio, Aŭstrio, Svisio, Aŭstralio, Rusio, Ukrainio, Argentino, Irano, Hungario, Tanzanio, Finnio, Islando, Ĉinio, Alĝerio, Kameruno, Japanio, Ĉilio, Portugalio, Koreio.

Leiten Sie nun für die vorstehenden Ländernamen den jeweiligen Einwohnernamen ab.


Da Sie die meisten Namen noch nicht sicher kennen, hatten Sie erhebliche Schwierigkeiten, nicht wahr? Sie mussten nämlich wissen, wann das -i- aus dem io-Endteil zur Wortwurzel gehörte und wann nicht.

Da sind die ujo-Formen überlegen, denn sie machen die Struktur des Ländernamens deutlich.

Deshalb werden in diesem Lehrwerk durchgängig die traditionellen ujo-Formen verwendet.

<5.4.3>


Buchstabieren, Buchstabennamen

Die Buchstaben des Alphabets werden im Esperanto wie folgt ausgesprochen:

Die Vokale (Selbstlaute) bleiben unverändert, an die Konsonanten (Mitlaute) wird einheitlich "o" angehängt:

Also:
a, bo, co, ĉo, do, e, fo, go, ĝo, ho, ĥo, i, jo, ĵo, ko, lo, mo, no, o, po, ro, so, ŝo, to, u, ŭo, vo, zo

Beispiel:
"Zamenhof" buchstabiert man also im Esperanto: "zo, a, mo, e, no, ho, o, fo".

Entsprechend lauten die Buchstabennamen.

Tiam estas en la Germana (lingvo)
"dann", skribata per unu do-o
je la komenco, kaj du no-oj je la fino.
"Tiam" ist im Deutschen
dann, geschrieben mit einem D
am Anfang und zwei Ns am Ende.

Die Einheitlichkeit der Konsonantenendung "o" ist in der Praxis, zum Beispiel beim Buchstabieren am Telefon, sehr nachteilig, weil man die Laute kaum auseinander halten kann. Deshalb wurde schon ein alternatives Buchstabieralphabet vorgeschlagen, das eine der sehr wenigen einwandfreien graduellen Verbesserungen des Esperanto darstellen würde.

<5.6.0>


<-n> bei Maßangaben

Was sind Maßangaben? Woran erkennt man sie?

Dafür gibt es folgenden hübschen Merkspruch:

"Wie hoch, wie tief, wie lang, wie breit",
"wie oft" und auch "wie weit",
"wie lange" und "wie alt",
als Maßangab' behalt!

Na, das können wir doch auch schon auf Esperanto (wenn auch nicht so schön rhythmisch und gereimt):

"Kiel alta, kiel profunda, kiel longa, kiel larĝa",
"kiom ofte" kaj ankaŭ "kiel for",
"kiel longe" kaj "kiel aĝa",
kiel indikojn de mezuro memoru!

Maßangaben, die freie Satzattribute (Beifügungen) sind, werden im Esperanto durch die Endung -n gekennzeichnet, also genau wie ein Objekt im Satz oder eine Richtungsangabe. Die Markierung -n zeigt nämlich eigentlich allgemein an, dass dieser Satzteil nicht das Subjekt ist.

Beispiele:
Kiel longa estas vojo?
Unu kilometron!
La vojo estas unu kilometron longa.
Wie lang ist der Weg?
Einen Kiometer!
Der Weg ist einen Kilometer lang.
Kiel aĝa estas la bebo?
Unu monaton!
La bebo estas unu monaton aĝa.
Wie alt ist das Baby?
Einen Monat!
Das Baby ist einen Monat alt.

(Im Deutschen - und im Lateinischen - gilt dieselbe Regel für Maßangaben, daher auch der hübsche Merkspruch, dessen vierte Zeile für Deutsch und Latein "... im 4. Fall behalt!" lautet.)

"Wie oft" wird im Esperanto meist mit kiom ofte und nicht mit kiel ofte wiedergegeben.
Auch die Antwort auf Kiom kostas ...? 'Wie viel kostet ... ?' ist eine Maßangabe.

Kiel ofte vi veturas hejmen?
Unu fojon en ĉiu semajno.
Wie oft fährst du nach Hause?
Ein Mal wöchentlich (wörtlich: in jeder Woche).
Kiom kostas la eniro?
Tri eŭrojn kaj kvindek cendojn, sinjoro.
Was kostet der Eintritt?
3 Euro und 50 Cent, [mein] Herr.

<5.8.0>

Achtung:
Maßangaben können aber auch mal Subjekt oder prädikative Ergänzung (nach estas) sein!
Dann steht die Maßangabe natürlich in der Grundform.

Beispiele:

Tri kilometroj signifas longan vojon.
La pezo estas tri kilogramoj.
3 Kilometer bedeuten einen langen Weg.
Das Gewicht ist/beträgt 3 Kilogramm.

Der obige Merkspruch ist in diesen Fällen aber auch nicht anwendbar.

<5.8.0>


Zeitangaben

Zeitangaben werden als Satzattribute ebenfalls durch die Markierung -n angezeigt.
Es gibt aber noch zwei Alternativen, nämlich durch eine Präposition oder manchmal auch durch die Markierung -e als Satzadverb.

Mit den Präpositionen kann man Zeitdauer und Zeitpunkt unterscheiden:

dum
en
während (Zeitdauer)
an, in (Zeitpunkt)
Beispiele:
1. Mit Markierung -n:
La kurso okazos ĉiun ĵaŭdon.
Ĉiun tagon oni lernos kvar horojn.
Venontan jaron la homoj jam bone parolos Esperanton.
Der Kurs wird jeden Donnerstag stattfinden.
Jeden Tag wird man 4 Stunden lernen.
Im kommenden Jahr werden die Leute schon gut Esperanto sprechen.
2. Mit Präposition:
La kurso okazos dum ĉiu ĵaŭdo.
En ĉiu tago oni lernos dum kvar horoj.
Der Kurs wird jeden Donnerstag hindurch stattfinden.
An jedem Tag wird man 4 Stunden lang lernen.
Dum la venonta jaro la homoj jam bone parolos Esperanton.
Das kommende Jahr hindurch werden die Leute schon gut Esperanto sprechen.
3. Mit Markierung -e:
La kurso okazos ĵaŭde.
Ĉiutage oni lernos kvar horojn.
Venontjare la homoj jam bone parolos Esperanton.
Der Kurs wird donnerstags stattfinden.
Täglich wird man 4 Stunden lang lernen.
Im kommenden Jahr werden die Leute schon gut Esperanto sprechen.

<5.9.0>


Datum und Uhrzeit
Angaben von Datum und Uhrzeit sind spezielle Zeitangaben.
Als Präposition dient häufig je (hier: 'an', 'um').
Beispiele
1. Datumsangaben:

La Fundamento de Esperanto estis akceptata je la 9a [tago] de aŭgusto [de la jaro] 1905.
Das "Fundamento de Esperanto" wurde am 9. August 1905 angenommen.
La kongreso okazos de la 30a [tago] de junio ĝis la 6a [tago] de julio.
Der Kongress wird vom 30. Juni bis zum 6. Juli stattfinden.
La kunveno estos la trian [tagon].
Die Zusammenkunft ist am Dritten. (wörtlich: ... wird ... sein)
2. Uhrzeiten:
La instruhoro komenciĝas
kvaronan [horon] / dek-kvin minutojn
post la 3a [horo].
Die Unterrichtsstunde beginnt
eine Viertelstunde / 15 Minuten
nach Drei (wörtlich: ... nach der 3. [Stunde]).
Mi ellitiĝas ĉiutage je la 6a kaj
duona [horo] / 30 [minutoj].
 
Ich stehe jeden Tag um 6h30 auf.
(wörtlich: ... gerate aus dem Bett um die 6. [Stunde]
und eine halbe [Stunde] / und dreißig [Minuten].)
Kioma horo estas?
 
Estas la 9a horo kaj 25 [minutoj].
Wie spät ist es?
(wörtlich: Die wievielte Stunde ist es?)
Es ist 9 Uhr 25.
Je kioma horo vi ellitiĝas?
Je la sesa kaj 45 [minutoj].
Um wie viel Uhr stehst du [immer] auf?
Um 6 Uhr 45.
Achtung:
Bei einer verkürzten Tagesangabe (ohne den Monat zu nennen) verwendet man immer die Markierung -n, bei einer verkürzten Uhrzeitangabe (ohne das Wort horo) immer die Präposition je.

"la 3an" bedeutet ohne weitere Zusätze also "am dritten Tag / am Dritten", aber "je la 3a" ohne Zusätze "um drei Uhr".

<5.9.4> <5.9.5>


<-ig-> und <-iĝ->

Die Verwendung der Suffixe (Nachsilben) <-ig-> und <-iĝ-> bietet bei der Wortbildung so viele Möglichkeiten, dass dieses Thema hier in der Grammatik anstatt im Wörterbuch behandelt wird.

Man merke sich zunächst die grundsätzlichen Bedeutungen der beiden Suffixe:
-igi bedeutet "tun", "machen", "veranlassen";
-iĝi bedeutet: "... werden, in einen anderen Zustand übergehen",

Die zahlreichen und verschiedenartigen Wortbildungen mit den beiden Suffixen lernt man leicht an Beispielen. Dazu werden diese in gleichartige Gruppen zusammengefasst.

1. Wortbildungen, bei denen der Stamm keine Tätigkeit ausdrückt (= kein Verbstamm ist).
doktoro => doktorigi / doktoriĝi

patro => patrigi / patriĝi
maljuna => maljunigi / maljuniĝi
nigra => nigrigi / nigriĝi
kompleta => kompletigi / kompletiĝi
duoble => duobligi / duobliĝi
kun => kunigi / kuniĝi
al => aligi / aliĝi
unu => unuigi / unuiĝi
en, lito => enlitigi / enlitiĝi
el, lito => ellitigi, ellitiĝi
sur, tablo => surtabligi / surtabliĝi
Doktor => zum Doktor machen / zum Doktor werden
(im Deutschen beides: "promovieren")
Vater => zum Vater machen / Vater werden
alt => alt machen / alt werden
schwarz => schwarz machen, schwärzen / schwarz werden
vollständig => vervollständigen / vollständig werden
zweifach, doppelt => verdoppeln / sich verdoppeln
mit => zusammenbringen / sich zusammentun
zu, nach => hinzufügen / sich anmelden
eins => vereinen / sich vereinen
in, Bett => zu Bett bringen / zu Bett gehen
aus, Bett => aus dem Bett schmeißen / aufstehen
auf, Tisch => auf den Tisch setzen / auf den Tisch kommen
... und unzählige andere nützliche Bildungen

2. Wortbildungen mit Verbstamm.

Hier muss man schon etwas genauer hinsehen. Es gibt hier Untergruppen, je nach Art des Verbs, die man am besten mit Hilfe der Begriffe "transitiv" und "intransitiv" unterscheidet.


Die Begriffe "transitiv" und "intransitiv"

Verben (Tätigkeitswörter), die auf -igi enden, können (müssen aber nicht alle) ein Objekt haben; man nennt solche Verben transitiv.

Verben, die auf -iĝi enden, können nie ein Objekt haben; man nennt solche Verben intransitiv.

Im Esperanto kann ein Verbstamm transitive oder intransitive Bedeutung haben.
Leider muss man zu der Vokabel hinzulernen, ob ein neues Verb transitiv oder intransitiv ist.


Das fällt anfangs nicht leicht, weil Deutsch (wie viele andere Sprachen) den Unterschied oft nicht verdeutlicht:

"Ich rolle den Ball." Mit Objekt => rollen (transitiv)
"Der Ball rollt auf der Straße." Ohne Objekt, da der Ball selbst rollt => rollen (intransitiv)

Es gibt aber auch eine Menge von deutschen Verben, bei denen der Unterschied an der äußeren Form kenntlich ist:

transitiv
fällen
stellen
legen
setzen
bezweifeln
ändern
u.a.
intransitiv
fallen
stehen
liegen
sitzen
zweifeln
sich ändern

Man sieht, dass das Deutsche verschiedene Methoden der Unterscheidung verwendet: Wechsel des Vokals, von Konsonanten, Verwendung von Vorsilben, reflexive Form mit "sich" usw.


Im Esperanto bildet man aus transitiven Verben die intransitive Version durch Verwendung von -iĝ-, umgekehrt aus intransitiven Verben die transitive Version durch Verwendung von -ig-. Das ist regelmäßig und nach etwas Eingewöhnung deshalb auch nicht schwer.

2.1 Beispiele für "transitiv => intransitiv":
komenci => komenciĝi

fini => finiĝi
fermi => fermiĝi
amuzi => amuziĝi
ŝanĝi => ŝanĝiĝi
ĉagreni => ĉagreniĝi
interesi => interesiĝi
anfangen => beginnen
(im Deutschen beide Bedeutungen sowohl transitiv wie intransitiv)
beenden => enden
schließen => sich schließen, (von selbst) zugehen
amüsieren => sich amüsieren
ändern => sich ändern
ärgern => sich ärgern
interessieren => sich interessieren
2.2 Beispiele für "intransitiv => transitiv":
fali => faligi
stari => starigi
kuŝi => kuŝigi
sidi => sidigi
pendi => pendigi
daŭri => daŭrigi
pasi => pasigi
evolui => evoluigi
enui => enuigi
fallen => fällen
stehen => stellen
liegen => legen
sitzen => setzen
(selbst) hängen => (auf)hängen
(an)dauern => andauern lassen, fortsetzen
vergehen (Zeit) => verbringen (Zeit)
sich entwickeln => entwickeln, für Entwicklung sorgen
sich langweilen => langweilen
Tipp: Machen Sie beim ersten Durchlesen hier Schluss.

<5.14.0>


Wer bis hierhin alles verstanden hat, dem darf man gratulieren. Dennoch gibt es noch weitere, allerdings weniger wichtige und (außer 2.3) nicht zu empfehlende Möglichkeiten.
Wer nicht speziell an Grammatik interessiert ist, kann ohnehin den folgenden Rest dieses Grammatikkapitels getrost auch ganz überschlagen.

2.3 -ig- hinter transitiven Verben
-ig- hinter transitiven Verben hat die Bedeutung: "jemanden veranlassen, etwas zu tun".
Beispiele für "transitiv => transitiv":
manĝi => manĝigi
anstataŭi => anstataŭigi
vesti => vestigi
essen => zum Essen bringen, füttern
ersetzen, Ersatz sein => ersetzen, zum Ersatz machen
ankleiden => zum Ankleiden bringen
2.4 -iĝ- hinter intransitiven Verben

-iĝ- hinter intransitiven Verben hat die Bedeutung: "Beginn der Handlung", ist also gleichbedeutend mit ek-.
Man sollte zur besseren Verständlichkeit die Verwendung von ek- vorziehen.

Beispiele für "intransitiv => intransitiv":
sidi => sidiĝi = eksidi
stari => stariĝi = ekstari
dormi => dormiĝi = ekdormi
sitzen => beginnen zu sitzen, sich (hin)setzen
stehen => zu stehen beginnen, sich (hin)stellen
schlafen => in den Zustand des Schlafens übergehen, einschlafen

Gelegentlich sieht man im Zuge der Ausbreitung des Gebrauchs von -iĝi dieses Suffix auch schon
hinter transitiven Verben in der Bedeutung des Handlungsbeginns.
finiĝi (siehe 2.1) könnte dann bedeuten:
- enden (intransitiv, normale Bedeutung)
- das Ende einleiten; beginnen, Schluss zu machen (transitiv, bislang noch falscher Gebrauch)
Damit wäre das Suffix kein Marker für "intransitiv" mehr, Esperanto verlöre mit solchem Sprachwandel hier seine Klarheit und damit einen entscheidenden Vorteil.

2.5 Weitere Verwendungen von -iĝi

An den obigen Beispielen hat man schon gesehen, dass -iĝi auch für eine reflexive Verbform stehen kann, also anstatt sin -i.
Obwohl diese Verwendung traditionell ist, sollte man sie vermeiden, weil sie für Unklarheiten sorgen kann.

2.5.1 Beispiele für "-iĝi = sin -i":
nomi => nomiĝi = sin nomi
lavi => laviĝi = sin lavi
duŝi => duŝiĝi = duŝi sin
bani => baniĝi = bani sin
nennen => sich nennen, heißen
waschen => sich waschen
duschen (transitiv!) => sich duschen
baden (transitiv!) => sich baden
2.5.2 Verwendung von -iĝi für Passivformen

Von der reflexiven Verwendung ist es nicht mehr weit bis zum Passiv, zumal man dann dem Problem der Partizipien ("Tempismus" gegen "Aspektismus") ausweichen kann. Deswegen greift es um sich, den Satz 'Der Vorstand wurde gewählt.' mit La estraro elektiĝis. anstatt mit La estraro estis elektita/elektata. wiederzugeben.
Li pagiĝis könnte dann bedeuten:
- "Er begann zu zahlen."
- "Er bezahlte sich."
- "Er wurde bezahlt."
Man sieht, dass man die Verwendung von -iĝi für Passivformen auf jeden Fall vermeiden sollte.


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