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Esperanto en dialogo

Grammatik zu Lektion 2 / gramatiko de leciono du


Tabellwörter (Korrelativa)

ki/u, ti/u und ki/o, ti/o gehören zu den so genannten "Tabellwörtern" (oder "Korrelativa").
Sie bestehen aus zwei Teilen, einem Anfangsteil und einem Endteil, mit eigener, fester Bedeutung. Insgesamt hat Esperanto 5 verschiedene Anfangsteile und 9 verschiedene Endteile.

Im Deutschen (und anderen Sprachen) gibt es Ähnliches:
Vergleiche: w/er => d/er, w/as => d/as, usw.

Dem w- im Deutschen entspricht ki-, dem d- im Deutsch das ti- im Esperanto, dem deutschen -er das -u, dem deutschen -as das -o im Esperanto.

Aber nur im Esperanto kommen alle Kombinationen der Anfangs- und Endteile vor, so dass man die 45 Wörter in der sog. Zamenhofschen Tabelle darstellen kann. Daher ihr Name. Ich rate davon ab, diese Tabelle auswendig zu lernen. Dazu sind einige Tabellwörter viel zu selten.

Statt dessen werden die Tabellwörter hier nach ihrer Häufigkeit wie gewöhnliche Vokabeln eingeführt. Auch wird normalerweise darauf verzichtet, ihre Struktur durch den sonst üblichen Schrägstrich anzuzeigen.

<2.1.1>


Sexusneutralität

Personenbezeichnungen können sexusneutral sein, d.h. sich sowohl auf Männer als auch auf Frauen beziehen. Typische Beispiele sind homo 'Mensch' und persono 'Person'.

Aber auch Affixe (Bildungssilben) wie -ul- 'Mensch' sind sexusneutral.

Das Wort li bezieht sich zwar meistens auf Männer, kann sich aber in seltenen Fällen auch auf geschlechtslose Wesen oder Personen unbekannten Geschlechts beziehen, während mit ŝi ausnahmslos auf Frauen verwiesen wird.

Ŝi ist deshalb nicht sexusneutral, sondern zeigt "weiblich" an. Andere Wörter im Esperanto sind ebenso nicht sexusneutral, sondern verweisen immer nur auf Männer bzw. auf Frauen, zeigen also "männlich" bzw. "weiblich" an.

Beispiele: patro 'Vater', viro 'Mann', sinjoro 'Herr' und einige andere zeigen "männlich" an;
ŝi 'sie', amazono 'Amazone', matrono 'Matrone', alle Wörter mit -in-, usw. zeigen "weiblich" an.

Ĝi 'es' ist sexusneutral, ebenso alle Tierbezeichnungen.

<2.1.1>


<-j>
Plural- / Mehrzahlmarkierung
Bei einigen Wortarten wird für den Plural ein -j angehängt.
Beispiele:
- an Substantive:
person/o => person/o/j
kurs/o => kurs/o/j
(eine) Person => (mehrere) Personen
Kurs => Kurse
- an Adjektive (auch nach estas!):
bon/a kurs/o => bon/a/j kurs/o/j
mi/a aŭt/o => mi/a/j aŭt/o/j
La hom/o estas jun/a. => La hom/o/j estas jun/a/j (!).
ein guter Kurs => gute Kurse
mein Auto => meine Autos
Der Mensch ist jung. => Die Menschen sind jung.

<2.2.3>

bon/a kurso kaj bon/a material/o
= bon/aj kurs/o kaj material/o
Ein guter Kurs und ein gutes Material
(im Deutschen nicht abkürzbar)

<2.4.3>

- an entsprechende Tabellwörter auf -u bzw. -a:
Kiu viro? => Kiu/j vir/o/j?
Kia kurs/o? => Kia/j kurs/o/j ?
Welcher Mann? => Welche Männer?
Was für ein Kurs? => Was für Kurse?

<2.1.1> <2.2.2>


Betonung (Wortakzent) in einzelnen Fällen

Bei einigen Esperanto-Wörtern neigen Deutschsprachige dazu, fälschlicherweise nicht die zweitletzte Silbe zu betonen, oft, weil das entsprechende, ähnliche Wort im Deutschen anders betont wird.

Hier einige wichtige Beispiele, bei denen die betonte, also die zweitletzte Silbe unterstrichen wurde:

ilia
fenestro
familio
alia
ihr
Fenster
Familie
ander/er (-e, -es)

<2.1.2> <3.1.1>


Abkürzungen
Im Esperanto gibt es eine Reihe von Abkürzungen.
Beim Sprechen und (lautem) Lesen ist die volle Form zu verwenden.
Häufige Beispiele:
s-ro = sinjoro
s-ino = sinjorino
d-ro = doktoro
d-ino = doktorino
Herr (Anrede)
Frau (Anrede)
Doktor (Titel, sexusneutral)
Frau Doktor (Titel)
ktp. = k.t.p. = kaj tiel plu
(seltenere Aussprache auch:)
ko-to-po
und so weiter
bv. = bonvolu
k.a. = kaj alia(j)(n)
i.a. = inter alie
k.s. = kaj simila(j)(n) / simile
t.e. = tio estas
ekz. = ekzemple
bitte
und weitere/andere(s)
unter anderem
und ähnlich(e) / Ähnliches
das heißt
beispielsweise, zum Beispiel

<2.1.3>


<-n>
Objektform mit n-Markierung
Im Esperanto werden Subjekt und Objekt auch äußerlich unterschieden:
Das Subjekt steht in der Grundform, das Objekt in der Objektform, d.h. es muss (!) ein -n angehängt werden.

(Diese Regel ist später noch etwas zu ergänzen. Siehe Grammatik zu Lektion 3)

S-ro Majer (subjekto) tenas la gazeton (objekto) en la manoj.
Herr Majer (Subjekt) hält die Zeitung
(Objekt) in den Händen.


Das ist nicht so fremd, wie es sich anhört, denn im Deutschen ist es in einigen Fällen genauso, sogar mit derselben Markierung -n:

Der Junge (Subjekt) sieht den Hasen (Objekt).
Den Jungen (Objekt) sieht der Hase_ (Subjekt).

Bei folgenden Wortarten muss für die Objektform ein -n angehängt werden:
(hinter eine evtl. Pluralmarkierung -j)
Beispiele:
- an Substantive:
vir/o => vir/o/n
junul/o => junul/o/n
junul/o/j => junul/o/j/n
ein Mann => einen Mann
ein junger Mensch => einen jungen Menschen
junge Menschen => junge Menschen

<2.3.1>

- an Adjektive:
bon/a kurs/o => bon/a/n kurs/o/n
mi/a patr/o => mi/a/n patr/o/n
Tiuj estas ili/a/j nom/o/j. =>
Mi konas ili/a/j/n nom/o/j/n.
ein guter Kurs => einen guten Kurs
mein Vater => meinen Vater
Das sind ihre Namen. =>
Ich kenne ihre Namen.

<2.3.2>

- an die Personalpronomina (persönliche Fürwörter):
mi => mi/n
ili => ili/n
ich => mich (aber auch: 'mir', siehe Grammatik zu Lektion 3)
sie => sie (aber auch: 'ihnen', siehe
Grammatik zu Lektion 3)
(und bei allen anderen ebenso)

<2.3.3>

- an entsprechende Tabellwörter auf -u, -o bzw. -a:
Kiu hom/o? => Kiu/n hom/o/n?
Kio estas en via mano? => Kio/n vi tenas en via mano?
Welcher Mensch? => Welchen Menschen?
Was ist in deiner Hand? => Was hältst du in deiner Hand?
Kia kurs/o? => Kia/n kurs/o/n ?
Kiu/j homo/j estas en la ĉambro? => Kiu/j/n homo/j/n vi rekonas?
Was für ein Kurs? => Was für einen Kurs?
Welche Menschen sind im Zimmer? =>
Welche Menschen erkennst du [wieder]?

<2.3.1>


<si, sia>
Reflexivpronomen / rückbezügliches Fürwort
Innerhalb eines Satzes (Haupt- oder Nebensatz) gilt:
Der Rückbezug in der 3. Person geschieht mit si 'sich' bzw. sia 'sein/ihr (eigenes)'.
Viola rigardas al la spegulo.
Ŝi vidas sin (mem).
Ŝi rigardas sian vizaĝon.
Ŝi rigardas, ĉu ŝia vizaĝo estas bela.
(ne: "sia ...")
Jen ŝi vidas Beaten en la spegulo.
Ŝi rigardas ŝian vizaĝon (= tiun de Beate).
Viola schaut in den Spiegel.
Sie sieht sich (selbst).
Sie betrachtet ihr (eigenes) Gesicht.
Sie schaut, ob ihr Gesicht schön ist.
(Kein sia, da mit "ob" ein neuer Satz begonnen hat.)
Da sieht sie Beate im Spiegel.
Sie betrachtet ihr Gesicht (= das von Beate).

<2.4.1> <2.11.1>


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