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Esperanto en dialogo
Grammatik zu Lektion 1 / gramatiko de leciono unu
<mp3>
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Die Grammatik ist beim Esperanto-Lernen nicht so wichtig.
Man lernt sie am besten
wie ein Kind unbewusst mit, indem man Sätze und Satzteile auswendig lernt.
Die Paragraphen hier geben aber Erklärungen und Hinweise für den,
den's interessiert.
Wenn Sie etwas nicht (gleich) verstehen, lassen Sie es auf sich
beruhen.
Besonders die Fachausdrücke brauchen Sie nicht zu wissen. Sie
sind nur für den spracherfahrenen Lerner,
der wissen will, was im Esperanto
den Grammatikelementen anderer ihm bekannter Sprachen entspricht.
Man muss aber darauf hinweisen, dass Esperanto eine selbstständige
Sprache ist.
Seine Grammatik auf Latein oder Deutsch abzubilden, ist nicht
gerechtfertigt und führt in einigen Einzelheiten zu Missdeutungen.
(Beispiel: Der "Akkusativ" anderer Sprachen entspricht nur teilweise
dem "Objektfall" im Esperanto.)
Duzen und Siezen im Esperanto
Duzen und Siezen erkennt man im Esperanto nur daran, ob sich die Leute mit Vornamen
oder mit Hausnamen anreden.
Die Anrede vi heißt sowohl 'du' als auch 'Sie'
und ändert sich auch nicht im Plural: vi 'ihr', 'Sie [alle]'.
Das deutsche "du" lässt sich nur mit dem veralteten ci
wiedergeben, das praktisch nur noch in ci/i 'duzen' vorkommt.
<1.0.1>
<Großschreibung>
Großschreibung im Esperanto
Nur Eigennamen und der Satzanfang beginnen im Esperanto
mit einem Großbuchstaben.
<1.0.1>
<Namen>
Eigennamen im Esperanto
Eigennamen können im Esperanto unverändert bleiben.
Man soll dann aber die Namensform der Herkunftssprache wählen, also z.B.
"Warszawa" und nicht "Warschau". Da diese Empfehlung oft an praktische
Grenzen stößt
(man denke an chinesische Namen), kann man Namen auch
dem Esperanto angleichen.
Es gibt aber dafür keine allgemein akzeptierten Regeln.
Um Namen zu kennzeichnen, damit sie wenigstens im Schriftlichen
nicht mit Bezeichnungen verwechselt werden, insbesondere
mit gleich lautenden, beginnen sie mit einem Großbuchstaben (wie im Deutschen).
Also: kubo 'Würfel', aber Kubo 'Kuba'.
<1.1.1>
Trotz dieser einfachen Regel gibt es damit zwei Probleme (wie auch z.B. im Englischen):
Zum einen ist die Grenze zwischen Name und
"gewöhnlichem Wort" (Bezeichnung) nicht eindeutig; zum anderen ist die Frage, ob
von Namen abgeleitete Wortformen auch groß geschrieben werden sollen. Letzteres
entspricht der Grundregel des Esperanto, dass Wortstämme bei Ableitungen
weder in der Lautform noch in der Schreibweise verändert werden.
Meistens sieht man in Esperanto-Texten von Namen abgeleitete Wortformen klein
geschrieben. Das fällt leichter, weil man dann die Unterscheidung
"Name" <=> "Bezeichnung" nicht beachten muss.
In diesem Lehrwerk wird (wie im Englischen und im Niederländischen)
die Großschreibung vorgezogen, um den Anfänger sichtbar darauf hinzuweisen, dass es sich um die
abgeleitete Form eines Namens handelt. Der Fortgeschrittene mag es damit halten, wie er will.
Siehe speziell auch:
Völker- und Ländernamen
<-o>
Substantive
Substantive enden auf -o
Beispiele:
saluto
demando
respondo
Gruß
Frage
Antwort
<1.1.1>
<mp3>
<-a>
Adjektive
Adjektive enden auf -a
Beispiele:
bona
intensa
dekstra
gut
intensiv
recht/er (-e, -es)
<1.2.1>
<mp3>
<-e>
Adverbien
(Abgeleitete) Adverbien enden auf -e
Nicht abgeleitete Adverbien bestehen nur aus der Wortwurzel.
Beispiele für die Ableitung von Adverbien:
bona => bone
intensa => intense
dekstra => dekstre
gut/er (-e, -es) => gut
intensiv/er (-e, -es) => intensiv
recht/er (-e, -es) => rechts
Unterschied zwischen Adjektiv und Adverb:
La kurso estas bona (Adjektiv).
La kurso funkcias bone (Adverb).
Der Kurs ist gut.
Der Kurs läuft (funktioniert) gut.
Adjektive erläutern ein Substantiv (hier das Subjekt kurso),
Adverbien eine Verbform (hier das Prädikat funkcias).
<1.2.2>
<mp3>
Verbformen
<-i>
Verbformen enden im Infinitiv auf -i
Beispiele:
kompreni
esti
verstehen
sein
<1.0.1>
<1.1.4>
<mp3>
<-u>
Der Imperativ lautet (einheitlich) auf -u
Beispiele:
Bonvolu!
Pardonu!
Bitte ... ! (Wörtlich: Sei / Seien Sie guten Willens, zu ... )
Entschuldige! / Entschuldigt! / Entschuldigen Sie!
<1.1.2>
<1.2.4>
<4.2.0>
Mit -u wird auch dt. sollen wiedergegeben.
Beispiele:
Mi demandu ...
Vi respondu!
(kaj tiel plu ...)
Ich soll fragen ...
Du sollst antworten! / Ihr sollt antworten / Sie sollen antworten!
(und so weiter ...)
<1.9.1>
<mp3>
<-as>
Verbformen enden im Präsens auf -as
Beispiel:
mi komprenas
vi komprenas
li komprenas
ni komprenas
vi komprenas
ili komprenas
ich verstehe
du verstehst
er versteht
wir verstehen
ihr versteht
sie verstehen
Genauso mit estas:
mi estas bona
vi estas bona
ŝi estas bona
ni estas bonaj
vi estas bonaj
ili estas bonaj
ich bin gut
du bist gut
sie ist gut
wir sind gut
ihr seid gut
sie sind gut
<1.0.1>
<1.1.1>
<1.1.4>
<mp3>
<la>
Der bestimmte Artikel la im Esperanto
Esperanto hat einen unveränderlichen (bestimmten) Artikel:
la.
(Es gibt keinen unbestimmten Artikel wie im Deutschen: ein Mann
/ eine Frau usw.)
Beispiele:
Mi estas en Esperanto-kurso.
La kurso estas bona.
Ich bin in einem Esperanto-Kurs.
Der Kurs ist gut.
Apud Hugo sidas viro.
Kiu estas la viro?
Neben Hugo sitzt ein Mann.
Wer ist der Mann?
<mp3>
In den obigen Beispielen sieht man, dass der unbestimmte Artikel aus dem Deutschen
im Esperanto nicht ausgedrückt wird.
Der bestimmte Artikel steht
vor einem Wort, das schon vorher Genanntes wiedergibt.
Insgesamt ist sein Gebrauch im Esperanto nicht streng geregelt.
Am besten verwendet man ihn wie den bestimmten Artikel im Deutschen.
<1.2.1>
<ne>
Verneinungen im Satz mit ne
ne steht vor dem verneinten Wort oder Satz(teil).
Beispiele:
Mi ne komprenas.
Ne Beate sidas apud Werner.
Birgit sidas ne dekstre apud Werner.
Ich verstehe nicht.
Nicht Beate sitzt neben Werner (sondern Birgit).
Birgit sitzt nicht rechts neben Werner (sondern links).
<1.0.1>
<mp3>
<Grundform> nach Präpositionen
Nach Präpositionen bleibt das folgende Wort
unverändert in der Grundform.
(Im Gegensatz zum Deutschen!)
(Diese Regel ist später noch zu modifizieren, siehe Grammatik zu Lektion 4,
Richtungs-n.)
Beispiele:
apud vi
en kurso
de la leciono unu
neben dir / neben euch / neben Ihnen
in einem Kurs
von der Lektion 1
<1.1.4>
<2.1.3>
<mp3>
<Estas ...>
Das sog. unpersönliche "Es ..." am Anfang deutscher Sätze
wird im Esperanto nicht ausgedrückt.
Beispiele:
Estas Esperanto-kurso.
Estas bone. (Adverbform!)
Pluvas.
Es ist ein Esperanto-Kurs.
Es ist gut.
Es regnet.
<1.2.1>
<mp3>
<Esperanto-kurso> und andere Komposita
Wörter können im Esperanto wie im Deutschen
einfach aneinander gehängt werden (Kompositabildung).
In folgenden Fällen ist ein Bindestrich zu empfehlen:
- wenn ein Teil ein Name ist
- wenn ein Folgeteil mit einem Vokal beginnt
- wenn ein Kompositum mehr als zwei Wortwurzeln hat (selten)
Beispiele:
Die zweitletzte Silbe (Hauptakzent) ist unterstrichen.
Die Nebenbetonung auf dem ersten Wortteil ist fett gedruckt.
Esperanto-leciono
aŭtorad i o
en- i ri
frumendo-rabato
Esperanto-Lektion
Autoradio
hineingehen
Frühbuchungsrabatt
<1.2.1>
<3.5.1>
Endet der erste Teil auf -o (Substantiv),
darf das -o wegfallen,
wenn die Aussprache dadurch nicht zu kompliziert wird.
Die Betonung verlagert sich nicht!
Beispiele:
bank(o)konto
poŝt(o)kodo
dom(o)pordo
Bankkonto
Postleitzahl
Haustür
Aber nicht: *Esperant-kurso, *aŭtradio
<1.2.17>
<mp3>
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