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Wenn man diese Frage drei Fachleuten stellt, erhält man mindestens vier Antworten. Schätzungen gehen von 500000 bis 10 Millionen, aber genaue Daten hat niemand. Man muss sich nirgendwo registrieren, um Esperanto zu lernen – genausowenig kann man die Anzahl aller Schachspieler ermitteln.
Es gibt auch kein Land, in dem fast alle Menschen Esperanto sprechen, was bei natürlichen Sprachen oft als Basis für eine derartige Aussage genommen wird.
Man kann sagen: Es sind auf jeden Fall genug, um jeden Tag mit einem anderen zu komunizieren, und sein Leben lang nicht fertig zu werden.
Es sind noch nicht genug, um bei einem zufällig irgendwo auf der Straße getroffenen Menschen eine realistische Chance zu haben, dass er Esperanto spricht.
Sprachen setzen sich nicht von selbst durch, sondern werden durch politische und wirtschaftliche Kräfte verbreitet. Bis heute fördern die politisch mächtigen Länder nur ihre eigene Nationalsprache. Einer der Vorteile des Esperanto, niemanden zu bevorzugen, wirkt sich so bei seiner Verbreitung zu seinem Nachteil aus.
Auch ohne den politischen Durchbruch lernen immer wieder aufgeschlossene Menschen Esperanto. Dafür gibt es veschiedene Gründe:
Obwohl man die Zahl der Esperantosprecher meist auf unter fünf Millionen schätzt, hat sich eine weitreichende Gemeinschaft entwickelt, die sich vor allem im Internet und auf den zahlreichen Treffen begegnet. Esperanto ist dabei nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum unbehinderten Gedankenaustausch.
Ferner kann man Reisen durch fremde Länder selbst organisieren, indem man von Kontaktadresse zu Kontaktadresse fährt. Dank des Gastgebernetzwerkes Pasporta Servo können Esperantosprecher nämlich bei anderen kostenlos übernachten – zur Zeit in 83 Ländern. So kommen das ganze Jahr hindurch Esperantosprechende aus aller Welt auch nach Deutschland.
Schließlich gibt es noch Radiosendungen auf Esperanto und einiges an Literatur (c.a. 40.000 Titel).
Wer schon einige Fremdsprachen kennt – und das gilt für die meisten Esperantofreunde, auch wenn es nicht Voraussetzung zum Lernen ist –, nimmt Esperanto noch eben dazu. Es ist schon faszinierend, daß eine "künstliche" Sprache funktionieren kann, und wie! Das erlebt man zum Beispiel bei Diskussionsrunden im Internet.
Ein Teil der Esperantosprechenden setzt sich – gemäß dem ursprünglichen Ziel des Esperanto - für eine neue demokratische Lösung der Verständigungsprobleme in der Welt ein. Die Lösung kann aus ihrer Sicht nur eine gemeinsame Zweitsprache sein, die niemandes Muttersprache ist.
Sicher gibt es unter den Esperantofreunden auch Weltverbesserer, warum nicht?
Wenn Du Esperanto lernst, erschließt sich Dir die ganze Welt. Du kannt...
überall auf der Welt, z.B. einfach durch Brieffreundschaften oder per E-Mail mit Menschen, die in fernen Ländern wohnen und anderen Kulturen angehören.
Auf unserer Vorstandsseite findet man weitere Informationen zu unserem Brieffreundschaftsdienst.
mit anderen Menschen, die Esperanto gelernt haben, auf Veranstaltungen im In- und Ausland, z.B. auf den Esperanto-Weltkongressen, den Jugend-Weltkongressen und auf vielen anderen internationalen Jugendtreffen, die jedes Jahr in allen möglichen Ländern stattfinden und durch ihre multikulturelle Atmosphäre zu einem unvergeßlichen Erlebnis für ihre Teilnehmer werden.
Auf unserer Treffen-Seite findet man eine kleine Auswahl von Esperantotreffen für Jugendliche.
Wer gern reist, kann den "Pasporta Servo" nutzen - ein Verzeichnis von über 1000 Adressen von Esperantosprechern in mehr als 80 Ländern, die bereit sind, andere Esperantisten kostenlos bei sich aufzunehmen und ihnen ihre Stadt oder Heimat zu zeigen. Dieses Netzwerk gibt es seit 1977 und wird jährlich aktualisiert.
Der Vorteil dabei: Man lernt Land und Leute wirklich kennen und entkommt der Welt der Touristen und Ferienclubs. Man kann sich ein eigenes Bild von einem Land machen, anstatt das der offiziellen Instanzen vermittelt zu bekommen. Und es fallen keine Kosten für die Übernachtung an.
auf einer wirklich internationalen Schiene: Die Sprache Esperanto hat eine umfangreiche Literatur aller Stilrichtungen - nicht nur Übersetzungen, sondern auch viele Originalwerke - geschrieben von Autoren aller Kontinente und Kulturkreise. Und natürlich gibt es auch zahlreiche Zeitschriften und Rundfunksendungen auf Esperanto, nicht zuletzt eine breite Theater- und Musikkultur.
Viele Esperantosprecher sind in Ortsgruppen und Landesverbänden unter dem Dach des Welt-Esperantobundes (UEA) organisiert. Adressenverzeichnisse wie das alljährliche "jarlibro" liefern die gewünschten Kontakte, neuerdings gleich mit Internetadressen.
Regionale Kontaktadressen der Deutschen Esperanto-Jugend sind auf unseren Seiten zu finden, der Deutsche Esperanto-Bund hat eine Liste aller Ortsgruppen.
Mehr Informationen liefern unsere Link-Seite oder eine Suchmaschine deiner Wahl.
Letzte Änderung: 2005-01-17