Warum kaufst du ein Haus für andere Leute?
Ein kleines Eckhaus, 2 Minuten vom Bahnhof Lichtenberg, von außen Historismusfassade - eigentlich ein typisch berliner Altbau.
Im Vorübergehen liest man:" Esperanto-Jugend Berlin Geschäftsstelle" und "Dipl. Psychologin Andrea Kaiser". Das und ein Eintrag im pasporta servo machen den Ort bis jetzt noch zum Treffpunkt für eingeweihte Espis.
Vor 2 Jahren haben Johann Pachter und Peter Kühnel dieses Haus von ihrem eigenem Geld gekauft, um hier das Esperanto domo Berlin entstehen zu lassen.Weil, wie beide finden, eine große Stadt, wie Berlin, einen festen Anlaufpunkt für Esperantisten braucht.
Einen Anlaufpunkt, der bleibt –unabhängig von Mieterhöhungen und Verträgen, ein Eigentum, wo man sich treffen kann und übernachten, so wie es andere Organisationen auch haben.
Johann Pachter führt, voll Ideen, durchs Haus:
"Hier soll einmal ein Archiv entstehen, links eins mit Zeitschriften. Mit einer kleinen Teeküche und einem Schreibtisch zum Arbeiten. Daneben zwei Dachkammern für pasporta servo Gäste. In das Hof-Haus kommt ein Buchladen, dann steht das große Tor immer offen und Glasschränke mit Büchern im Durchgang führen Besucher in den Hof."
Ende November zieht auch die Bundesgeschäftsstelle (Bero) hierher um.
Mit den Mieten, zahlt sich – laut Plan –der Kredit selbst ab.
"In rund 20 Jahren könnten wir dann wir das Bero an die DEJ schenken ", sagt Peter Kühnel.
Von den 6 Wohnungen sind zur Zeit 3 an Espis vermietet.
Hier wohnen: Johann Pachter, Vermieter, Mitinitiator, Förster und langjähriger Esperantist. Sebastian Hartwig, Musikwissenschafts- und Skandinavistikstudent, Okzidentalsprecher und Esperanto-Bücherdienstinhaber. Und Stefa Hanisch, Kune Redakteurin, bald Bekleidungstechnikerin.
Obwohl noch viel nützliches Gerümpel herum steht und einige Bewohner kaum etwas mit Esperanto zu tun haben, bringen viel Privatinitiative und viel Geduld das Projekt allmählich voran.
Was von an Anfang an da war, ist das Gefühl, an etwas Besonderem teil zu haben und die Atmosphäre im Haus. Vertraut, freundschaftlich und esperantistisch – jeden Tag, außerhalb von Esperantujo.
Es gibt einen kleinen Hof, mit Blumen und Pflaumenbaum, wo man sitzen kann und Karten spielen.
Wir teilen uns teilweise Telefon und Internet oder borgen uns Werkzeug oder das Auto von Johan.
Ende Oktober/ Anfang November möchten wir im Esperanto Haus ein ASO organisieren. Dabei sollen einige Arbeiten am Haus vorgenommen werden, aber natürlich Berlin besichtigt und alte Bekanntschaften gepflegt werden. Die Fahrtkosten werden von der DEJ übernommen, die Übernachtung ist selbstverständlich kostenlos. Für das Essen legen wir zusammen und kochen gemeinsam.
Der genaue Termin wird Interessenten bekannt gegeben.
E-mail an kune@esperanto.de oder anrufen : 030/ 52679656 (Stefa)
"Es ist für mich nicht nur ein Freizeitvergnügen, sondern ich habe bereits so viele Kriege gesehen, es ist für mich auch ein Beitrag zum Frieden."
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